Quartalszahlen: China-Geschäft beflügelt Ericsson

Quartalszahlen
China-Geschäft beflügelt Ericsson

Der Telekomausrüster Ericsson hat im vierten Quartal den Umsatz merklich erhöht. Der Gewinn vervielfachte sich. Davon sollen nun auch die Anteilseigner profitieren.
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StockholmEricsson profitiert vom mobilen Internet Helmut Steuer Der Boom der Smartphones und Tablet-Computern wie dem iPad haben dem weltgrößten Mobilfunknetz-Hersteller Ericsson ein dickes Umsatzplus beschert: Der schwedische Konzern meldete am Mittwoch für das vierte Quartal 2010 einen Vorsteuergewinn von 7,8 Milliarden Kronen (869,4 Millionen Euro). Im Vorjahreszeitraum lag er bei nur 6,7 Milliarden Kronen. Auch der Umsatz stieg auf 62,8 (58,3) Milliarden Kronen an.

An der Börse wurden die Zahlen zunächst mit dem stärksten Kursanstieg seit Mitte Dezember belohnt: Die Ericsson-Aktie zog an der Börse in Stockholm zwischenzeitlich um 3,4 Prozent an. Aktionäre können sich auch über die Dividendenerhöhung auf 2,25 (2,00) Kronen freuen.

Ericsson-Chef Hans Vestberg sagte in Stockholm, dass vor allem der Ausbau der mobilen Breitband-Netze deutlich an Fahrt gewonnen habe. Es sind vor allem die beliebten Smartphones, die die Telekom-Gesellschaften zwingen, ihre Mobilfunknetze aufzurüsten. Die deutliche Umsatzsteigerung liegt auch an der erstmals in der Bilanz ausgewiesenen Akquisition der Netzsparte von Nortel, die Ericsson im Sommer 2009 für 1,3 Milliarden Dollar übernommen hatte. Außerdem hatte Ericsson im vergangenen Jahr ein Kostensenkungsprogramm durchgeführt. „Positiv war die Umsatzsteigerung. Allerdings spiegelt sie sich nicht im Ergebnis wider“, erklärte Greger Johansson, Analyst beim Marktforschungsunternehmen Redeye in Stockholm und wies auf die gesunkenen Bruttomargen hin.

Positiver äußerte sich der Ericsson-Chef: „Ich rechne damit, dass das Wachstum im Bereich mobiles Breitband auch in diesem Jahr fortsetzen wird“, sagte Vestberg. Seine Hoffnung scheint berechtigt, denn im Laufe des Jahres werden neue Tablet-Computer und günstigere Smartphones auf den Markt kommen. Damit wird der Bedarf an neuen Netzkapazitäten immer größer, denn diese Geräte sind nur mit einem mobilen Internet-Anschluss voll nutzbar. Beim neuen, noch schnelleren Mobilfunkstandard LTE ist Ericsson nach eigenen Angaben bereits Marktführer. Der Ausbau der LTE-Netze hat in mehreren Ländern bereits begonnen. Ericsson geht davon aus, dass 2011 die Zahl der Mobilfunk-Abonnements weltweit um 800 Mio. auf insgesamt 6,1 Milliarden zunehmen wird. Im abgelaufenen Jahr stieg die Zahl der Abonnements um 700 Milliarden.

In der ersten Jahreshälfte hat Ericsson noch unter einem Mangel an bestimmten Komponenten gelitten. Man hätte mehr verkaufen können, wenn alle Teile vorhanden gewesen wären, erklärte Vestberg und betonte, dass die Engpässe mittlerweile größtenteils überwunden seien. Gut hat sich das Geschäft mit der Wartung von Netzen entwickelt. Alle Netzhersteller bieten inzwischen den Telekom-Gesellschaften die Verwaltung und Wartung ihrer Mobilfunknetze an. In dieser Sparte konnte Ericsson den Umsatz um 5 % steigern. Künftig könnte allerdings die starke schwedische Krone ein Konkurrenznachteil für das Unternehmen darstellen.

Die USA und Kanada waren auch 2010 der größte Markt für den schwedischen Konzern. Allerdings spürt Ericsson wie auch die Konkurrenten Nokia Siemens Networks und Alcatel Lucent den Preisdruck durch die Konkurrenz der chinesischen Anbieter Huawei und ZTE.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

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