Quartalszahlen
Chinas Suchmaschine Baidu steigert Gewinn um 80 Prozent

Der Google-Konkurrent aus Asien ist nicht zu stoppen. Mit immer neuen Diensten gewinnt der chinesische Anbieter Marktanteile. Das Potential ist riesig - denn der Internet-Werbemarkt im Reich der Mitte wächst schnell.
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PekingDas chinesische Suchmaschinenunternehmen Baidu hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal um fast 80 Prozent (79,8) steigern können. Der Gewinn lag demnach in den drei am 30. September zu Ende gegangenen Monaten bei 295 Millionen Dollar oder 84 Cent je Aktie. Der Umsatz stieg um 85,1 Prozent auf 654,7 Millionen Dollar.

Die Werbe-Ausgaben großer Kunden hätten die Erwartungen übertroffen, hieß es. Der Umsatz werde auch weiter deutlich siegen erklärte Baidu, die größte Suchmaschine Chinas. Im laufenden Quartal sei mit einer Steigerung um bis zu 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu rechnen, hieß es.

Baidu kontrollierte drei Viertel der Onlinesuche in China und kann entsprechend stark den Werbemarkt abschöpfen. Die Aussichten sind glänzend: Die Analysten von Susquehanna erwarten, dass der chinesische Online-Werbemarkt bis 2014 auf 13 Milliarden Dollar jährlich wächst. Konkurrenz ist kaum in Sicht: Google hat wegen der Zensur seine Aktivitäten in China heruntergefahren und kommt nur noch auf einen Marktanteil von 19 Prozent.

Baidu hatte zuletzt neue Partnerschaften angekündigt. Auf der Musikplattform "Baidu Ting" sind bald Lieder von Studios wie Universal, Warner Brothers oder Sony Music zu hören - legal und von Baidu bezahlt. Auch für die Anzeige englischsprachiger Suchergebnisse hat sich ein prominenter Partner gefunden: Die Einträge in der Baidu-Ergebnisliste kommen von Microsofts Suchmaschine Bing. Zu den weiteren einheimischen Partnern von Baidu zählen die Reiseseite Qunar und das Gebrauchtwagenportal Bitauto.

Die gut gefüllte Investitionskasse will das Unternehmen für die weitere Expansion nutzen. Kürzlich hat Baidu bereits einen eigenen Web-Browser herausgebracht, der in China dem Internet-Explorer und Google-Chrome Konkurrenz macht. Den nächsten Schub an zusätzlichen Einnahmen soll eine Ausweitung der Kundenzahl für die sozialen Netze des Unternehmens bringen.

In China gibt es noch keinen dominierenden Anbieter von Sozialnetzdienstleistungen. Facebook ist in dem Land genauso gesperrt wie Youtube und Twitter. Die Spekulationen gehen in der Branche daher dahin, dass sich Facebook mit Baidu verbünden wird, um legalen Zugang zum potenziell größten Internetmarkt der Welt zu erhalten.

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