Quartalszahlen der IT-Branche
Von Gewinnern und Verlierern

Die großen Unternehmen der IT-Branche haben in dieser Woche mit extrem unterschiedlichen Zahlen überrascht. Google und AMD fahren immer größere Gewinne ein, bei Yahoo, Intel und Microsoft laufen die Geschäfte nur mittelmäßig. Denn die Unternehmen sind schon lange nicht mehr vergleichbar, sondern gehorchen jedes ihren eigenen Regeln.

DÜSSELDORF. Google, der Marktführer unter den Suchmaschinen, konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal um 110 Prozent auf 721 Millionen Dollar steigern. Der Umsatz kletterte um 77 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. „Wir haben sehr, sehr gut abgeschnitten“, sagte Der Google-Chef Eric Schmidt im Gespräch mit Analysten. „Und das in einem Quartal, das traditionell in unserer Branche schlecht läuft.” Nach Angaben des amerikanischen Marktforschungsinstituts Comscore stieg der weltweite Marktanteil von Google von 55 auf 62 Prozent.

Googles Erfolg steht im krassen Gegensatz zu den Zahlen, die von Yahoo vorgestellt wurden. Bei der Nummer Zwei der Suchmaschinenbranche ging der Gewinn bei steigendem Umsatz um knapp 80 Prozent auf 164 Millionen Dollar zurück. Yahoo kündigte zudem die Verzögerung der Einführung seiner neuen Werbeplattform an, mit der das Unternehmen Google angreifen will. Die Software „Panama“ soll die Zuordnung von den Suchergebnissen zu Anzeigen verbessern. Hier ist Google der Konkurrenz und insbesondere Yahoo deutlich überlegen. Unternehmen, die bei Google Anzeigen schalten, können ihre Angebote genauer auf die Interessen der Internetnutzer zuschneiden. Die Verzögerung bei der Panama-Software veranlasste Yahoo dazu, seine Umsatzprognose für 2006 herunterzuschrauben. Die Anleger reagierten geschockt, der Aktienkurs von Yahoo ist seit der Bekanntgabe um mehr als 20 Prozent eingebrochen.

Auch bei den anderen IT-Unternehmen, die in dieser Woche ihre Zahlen vorlegten, gab es Licht und Schatten. So beherrscht Intel zwar den Markt für PC-Prozessoren mit einem Anteil von mehr als 80 Prozent. Trotzdem belastet derzeit der Preiskampf mit dem viel kleineren Konkurrenten AMD fast nur Intel. Das Ergebnis brach um mehr als die Hälfte auf 884 Millionen Dollar ein. AMD dagegen baute seinen Gewinn um 26 Prozent auf 88,8 Millionen Dollar aus. Eine ähnliche Schere gab es bei vielen anderen IT-Unternehmen. Experten weisen allerdings darauf hin, dass die Firmen dieser noch relativ jungen Branche längst nicht mehr ohne weiteres miteinander verglichen werden können.

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