Quartalszahlen deutlich besser als prognostiziert
Chip-Boom reißt Infineon mit

Der kräftige Aufschwung in der Chipindustrie schlägt sich nun auch im Ergebnis von Infineon nieder. Der zweitgrößte Halbleiterhersteller Europas übertraf mit seinen gestern vorgelegten Zahlen für das abgelaufene Quartal deutlich die Erwartungen der Analysten.

jojo MÜNCHEN. Mit dem positiven Trend steht die frühere Siemens-Tochter nicht alleine da: Alle großen Chiphersteller haben in den vergangenen Tagen kräftig gesteigerte Gewinne präsentiert.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) erreichte bei Infineon mit 71 Mill. Euro fast das Dreifache dessen, was die Experten im Schnitt erwartet hatten. Zudem lag das Ebit im traditionell schwachen Jahresanfang 1 Mill. Euro über dem üblicherweise besonders starken Weihnachtsquartal. Im ersten Vierteljahr des vergangenen Jahres musste das Unternehmen noch einen Verlust von 221 Mill. Euro hinnehmen. Auch der Umsatz übertraf mit 1,67 Mrd. Euro die Schätzungen.

Die guten Zahlen wurden gestern allerdings überschattet von der Suche nach einem Nachfolger für den geschassten Infineon-Chef Ulrich Schumacher. Der Manager musste Ende März überraschend seinen Hut nehmen. Seither führt Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley übergangsweise die Geschäfte.

Der frühere Finanzchef von BASF sagte gestern, dass es bereits zwei externe Kandidaten für den Chefsessel gebe. Kley: „Der Aufsichtsrat muss sich in den nächsten Wochen damit beschäftigen.“ Das Aufsichtsgremium tagt bereits heute in München. In Unternehmenskreisen hieß es gestern allerdings, es werde wohl noch keine Entscheidung fallen.

Laut Kley handelt es sich bei den Kandidaten um zwei deutsche Manager. Frühestens im Juli werde die Nachfolgersuche unter Dach und Fach sein. Falls sich die Auswahl verzögere, könne es auch Anfang September werden. Das Geschäftsjahr von Infineon endet am 30. September.

Die plötzliche Ablösung von Schumacher hatte für viel Wirbel gesorgt, weil Infineon lediglich „persönliche Gründe“ für den Abgang anführte. Kley wollte auch gestern keine weiter gehenden Angaben machen. Er stellte aber klar, dass er einen anderen Führungsstil pflege als Schumacher. Dem Manager war im Unternehmen seine autoritäre Art zum Verhängnis geworden. Zudem soll er sich mit seinen Vorstandskollegen zerstritten haben. Dies habe zu der schnellen Ablösung geführt. Kley betonte nun, dass bei Infineon ein „kollegialer Führungsstil“ eingezogen sei, bei dem viele Ebenen in die Entscheidungen einbezogen würden. „Das ist eine Teamveranstaltung“, unterstrich er. Schumacher soll Infineon ausgesprochen selbstherrlich mit einigen wenigen Vertrauten geführt haben. Zudem wurde ihm zuletzt Vetternwirtschaft vorgeworfen.

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