Quartalszahlen
Deutsche DSL-Anbieter geraten unter Druck

Im anstehenden Übernahmekampf auf dem deutschen DSL-Markt haben drei potenzielle Kaufobjekte durchwachsene Quartalszahlen vorgelegt. Ein schwaches Ergebnis präsentierte der Hamburger Mobilfunk- und DSL-Anbieter Freenet. Viel besser war es bei United Internet nicht. Lediglich QSC schaffte einen Lichtblick.

DÜSSELDORF. Freenet konnte zwar Umsatz und operativen Gewinn steigern – dies war aber vor allem der Übernahme des Mobilfunkers Debitel vom vergangenen Jahr zu verdanken. Operativ verlor Freenet sowohl im Mobilfunk als auch im Festnetz Kunden.

Wettbewerber interessiert vor allem die Entwicklung im Festnetz, da das zum Verkauf steht. In der Sparte hat Freenet 280 000 Nutzer verloren und zählt jetzt nur noch 910 000 Kunden. Grund dafür waren wie auch im letzten Quartal 2008 strengere Kriterien dafür, welche Nutzer als Kunden gezählt werden. In der Branche hatte es lange geheißen, der Preis, den der Weihnachten ausgeschiedene Freenet-Chef Eckhard Spoerr für das DSL-Geschäft gefordert habe, sei zu hoch, weil die Kunden nicht werthaltig seien. Spoerrs Interimsnachfolger Joachim Preisig hatte daraufhin strengere Maßstäbe angelegt. So prüft Freenet unter anderem die Bonität seiner Kunden genauer und lehnt auch Nutzer ab.

Auch der DSL-Anbieter United Internet (UI) hat in den ersten drei Monaten weniger verdient. Das Nettoergebnis sank um knapp 16 Prozent auf rund 38 Mio. Euro. Probleme bereitet dem Unternehmen aus Montabaur vor allem der krisenbedingt anhaltende Rückgang der Werbeeinnahmen. Sie sind um zehn Prozent gesunken. UI bietet unter anderem Online-Marketing für Unternehmen an. Auch für den Rest des Jahres erwartet das Unternehmen keine Besserung an der Werbefront.

UI gilt ebenfalls als Übernahmeziel. Die Zahl der DSL-Kunden blieb mit 2,8 Millionen stabil. UI gilt aber auch als möglicher Käufer – etwa von Freenet, an dem United Internet mit dem Mobilfunker Drillisch gut ein Viertel besitzt.

Lichtblick im Reigen der Übernahmekandidaten war der kleine DSL-Anbieter QSC, der vor allem Geschäftskunden bedient und sein Netz an Konkurrenten vermietet. Umsatz und Betriebsergebnis stiegen deutlich an. Das Kölner Unternehmen erzielte erstmals einen Barmittelüberschuss (Free Cash-Flow). Er lag bei vier Mio. Euro – nach einem Minus von zehn Mio. im ersten Quartal des vergangenen Jahres. Die QSC-Aktie schoss zwischenzeitlich gut 20 Prozent in die Höhe.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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