Quartalszahlen
Dicke Lippe riskieren rechnet sich für Oracle

Mit markigen Sprüchen unter anderem gegen SAP macht Oracle-Chef Larry Ellison von sich reden. Jetzt machen auch die sensationellen Quartalszahlen Furore. Doch noch hat das Unternehmen mindestens eine Schwäche.
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Redwood ShoresDer weltweit drittgrößte Software-Konzern Oracle macht seinem deutschen Rivalen SAP zu schaffen. Das Oracle-Management feiert Marktanteilsgewinne in Europa und legte auch deswegen eine optimistische Geschäftsprognose vor. Investoren reagierten erfreut: Der Oracle-Aktienkurs zog am Dienstag nachbörslich um drei Prozent an.

„Wir haben ein solides Quartal in Europa hinter uns“, sagte Konzernpräsident Mark Hurd. Es handele sich eher um eine Oracle-spezifische als eine allgemeine Entwicklung. „Wir stellen in Europa Personal ein“, sagte Hurd. Zuletzt hatten schwache Investitionserwartungen für neue Produkte die Technologiebranche aufgeschreckt. Konzerne wie Dell und Cisco senkten ihre Gewinnprognosen. Regierungen reduzierten zuletzt ihre Ausgaben, um Schuldenberge abzubauen, und Unternehmen schnallen in Zeiten unsicherer Wirtschaftsaussichten den Gürtel enger.

Oracle gibt stets rund einen Monat vor seinen Konkurrenten Einblick in die Geschäfte. Die Zahlen werden deswegen stets mit besonderer Aufmerksamkeit bedacht. Diesmal äußerten sich Analysten positiv überrascht über den Quartalsbericht. „Der Ausblick sieht ausgezeichnet aus“, sagte Richard Davis von Canaccord Genuity. „Wir werden sehen, wie sie es umsetzen, aber bislang sind sie in guter Form.“

Im wichtigen Geschäft mit neuen Software-Lizenzen erwartet Oracle einen Umsatzanstieg von sechs bis 16 Prozent im laufenden Geschäftsquartal. Im vergangenen erreichte der Konzern ein Plus von 17 Prozent, während Analysten im Schnitt mit lediglich 15 Prozent gerechnet hatten. Neue Lizenzen gelten als Indikator für künftiges Wachstum, weil Kunden in der Regel mit den Programmen Wartungsverträge unterzeichnen und damit weitere Umsätze garantieren.

Im Vierteljahr per Ende August legten die Konzernerlöse um zwölf Prozent auf 8,37 Milliarden Dollar zu. Der Nettogewinn sprang um rund 36 Prozent auf 1,84 Milliarden Dollar. Im laufenden Quartal soll ein Ergebnis je Aktie vor Sonderposten von 56 bis 58 Cent erzielt werden. Die Prognose ist etwas optimistischer als die von Branchenexperten, die bei 56 Cent liegt.

Einen Wermutstropfen gab es im Hardware-Geschäft. Seit der Übernahme von Sun Microsystems im vergangenen Jahr verkauft Oracle auch Server-Computer. Der Hardware-Umsatz ging im Quartal um ein Prozent auf 1,67 Milliarden Dollar zurück. Die maue Entwicklung dürfte sich in den laufenden drei Monaten fortsetzen, sagte Oracle voraus. Es könne zu einem erneuten Rückgang von bis zu fünf Prozent kommen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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