Quartalszahlen enttäuschen
Ebay steigert Gewinn, senkt aber Prognose

Am späten Mittwochabend nach dem Börsenschluss in den USA präsentierte Ebay die Zahlen für das dritte Quartal: Dabei überzeugte das Online-Auktionshaus mit steigendem Umsatz und Gewinn. Allerdings fiel der Ausblick eher düster aus.

HB DÜSSELDORF. Für das dritte Quartal gab der Konzern am Mittwoch nach Börsenschluss einen Nettogewinn von 492 Mio. Dollar bekannt – nach einem Verlust von 936 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Ebay musste 2007 Abschreibungen wegen des Internettelefonieanbieters Skype vornehmen. Der Gewinn je Aktie betrug auf bereinigter Basis 46 Cent, während von Reuters befragte Analysten 41 Cent erwartet hatten. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 2,12 Mrd. Dollar.

Der Ausblick für das vierte Quartal fiel allerdings schlechter aus als erwartet: Die Internet-Verkaufsplattform rechnet wegen ihrer Neuausrichtung in diesem Jahr mit weniger Gewinn und Umsatz als bisher geplant. eBay macht besonders die Konkurrenz des Online-Händlers Amazon.com zunehmend zu schaffen.

Die wirtschaftlichen Turbulenzen beeinträchtigten alle Geschäftsbereiche, sagte Konzernchef John Donahoe. Die düsteren Prognosen gelten als weiteren Beleg für eine bevorstehende Rezession in den USA. Ebay kämpft jedoch zudem mit hausgemachten Problemen.

In der vergangenen Woche hatte der Konzern den Abbau von weltweit rund zehn Prozent seiner Stellen angekündigt. Die Kosten dafür belasten das Ergebnis. Der Gewinn je Aktie soll im laufenden vierten Quartal nun zwischen 0,25 und 0,27 Dollar liegen bei einem Umsatz von 2,02 bis 2,17 Milliarden Dollar.

Wegen der Wachstumsprobleme änderte Ebay in diesem Jahr bereits sein Gebührenmodell. Dennoch sank der Wert aller verkauften Waren zuletzt erstmals leicht. Im PayPal-Geschäft mit elektronischem Bezahlen stieg der Umsatz im dritten Quartal um gut ein Viertel. Skype legte bei den Erlösen um 46 Prozent zu. Über die Hälfte seiner Umsätze erzielt Ebay im Ausland mit Deutschland als zweitgrößtem Markt nach den USA.

Weil das klassische Geschäft mit Versteigerungen lahmt, setzt Ebay vermehrt auf normale Verkäufe zu Festpreisen wie bei anderen Online-Händlern. Amazon lockt umgekehrt verstärkt Drittanbieter auf seine Plattform und kommt so Ebay ins Gehege. Amazon legt seine Quartalszahlen am nächsten Mittwoch vor.

Mit der Warnung hat der US-Konzern die Anleger am Mittwochabend enttäuscht und seine Aktie nachbörslich auf Talfahrt geschickt: Die Aktien von Ebay fielen um 1,83 Dollar auf 13,50 Dollar, nachdem sie bis Handelsschluss schon um 14 Prozent auf 15,33 Dollar gesunken waren.

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