Quartalszahlen
Google schürft Gold im Internet

Der steile Anstieg des Aktienkurses machte bereits klar, dass Anleger im Hinblick auf Googles Ergebnisse für das dritte Quartal ihr Erwartungsbarometer auf „unmöglich“ geschraubt hatten. Nachdem bereits die beiden anderen großen Internetfirmen Yahoo und Ebay ihre Prognosen übertrafen, mussten es bei Google ein Wunder sein. Die Internet-Suchmaschine enttäuschte nicht.

je MOUNTAIN VIEW. Nach den Berechnungen von Marktforschern nahm Googles Anteil am US-Markt für Internetsuchen im abgelaufenen Quartal stetig zu und erreichte zwischen 57 und 64 Prozent – gegenüber der Nr. 2, Yahoo, mit rund 24 Prozent. Auch weltweit läuft mehr als die Hälfte aller Internetsuchen über Google. In der Kunst, die Verbindung von Suchergebnissen mit Werbung zu Geld zu machen, ist das Unternehmen von je her Weltmeister.

Im abgelaufenen Quartal änderte Google darüber hinaus ihr Auktionssystem für die Platzierung von Anzeigen, um noch mehr aus ihrer technologischen Führung und überragenden Reichweite heraus zu holen. Entsprechend wuchs der Umsatz einschließlich durchlaufender Provisionen für Anzeigenpartner um 57 Prozent auf 4,23 Mrd. Dollar. Netto verblieben davon gut drei Milliarden im Unternehmen. Analysten hatten mit 2,94 Mrd. Dollar Umsatz gerechnet. Der Nettogewinn von 1,07 Mrd. Dollar oder 3,38 Dollar pro Aktie lag um 46 Prozent über dem Vorjahr. Ohne Einmalposten hatten Analysten mit einem operativen Gewinn von 3,78 Dollar pro Anteil gerechnet; Google erzielte mit 3,91 Dollar deutlich mehr.

48 Prozent der Erlöse kamen aus dem Ausland. Analysten erwarten, dass der Anteil auf über 50 Prozent steigen wird. Die Abwertung des Dollar verschönte die gemeldeten Auslandserlöse gegenüber dem Vorjahr um 121 Mill. Dollar. Im Quartal erwirtschaftete Google einen Cashflow von 1,63 Mrd. Dollar und investierte davon 553 Mill. Dollar allein in ihre IT-Infrastruktur. Der Personalstand wurde um 2 130 auf weltweit 15 916 Mitarbeiter weiter ausgebaut.

Der Aktienkurs, der seit August um rund ein Viertel auf über 640 Dollar gestiegen ist, nahm nach Veröffentlichung der Ergebnisse weiter zu. Trotz der hohen Notierung ist indessen das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei Google mit etwa 52 immer noch viel niedriger als das KGV von 124 beim Internet-Versandhändler Amazon.

Die 1,6 Mrd. teure Akquisition des Videodienstes Youtube ist immer noch ein wunder Punkt. Die Tochter ist keine sprudelnde Gewinnquelle und handelte sich eine Milliarden-Schadenersatzklage von Viacom wegen der unerlaubten Veröffentlichung urheberrechtlich geschützten Materials ein. Mittlerweile einigten sich die großen Medienkonzerne Viacom, CBS, Walt Disney, Fox und NBC zusammen mit Microsoft auf einen einheitlichen Softwarestandard, mit dem die Einstellung von geschütztem Material ins Internet blockiert werden soll. Google, die nicht Teil dieses Konsortiums ist und eine eigene Blockierungssoftware ankündigte, könnte stattdessen genötigt sein, sich dem Rest der Branche anzuschließen.

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