
lou/HB BONN. Der Teilrückzug aus dem schwächelnden Großbritannien-Geschäft hat die Deutsche Telekom abermals belastet. Der Überschuss des Bonner Konzerns sank nach dessen Angaben vom Donnerstag im zweiten Quartal um neun Prozent auf 475 Mio. Euro. Die Telekom hatte ihr britisches Mobilfunkgeschäft T-Mobile UK Anfang April mit der France-Telecom-Tochter Orange UK zusammengelegt.
Das Gemeinschaftsunternehmen sorgte nun noch für eine Netto-Belastung von etwa 200 Mio. Euro. Ohne diesen Effekt wäre der Überschuss also gestiegen. Bereits 2009 hatte die Telekom auf T-Mobile UK 1,8 Mrd. Euro abgeschrieben.
„Ein ganz zentrales Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Deutschlandgeschäfts wiederherzustellen, haben wir erreicht“, erklärte Konzernchef Rene Obermann. Nachdem im ersten Quartal zum ersten Mal seit langem wieder ein Umsatzplus im Mobilfunkgeschäft erzielt wurde, ging der Umsatz in der Festnetzsparte im zweiten Quartal nur noch um drei Prozent zurück - das ist der geringste Rückgang seit zwei Jahren. Die Erlöse im Mobilfunkgeschäft stiegen um 5,5 Prozent, vor allem weil immer mehr Menschen unterwegs im Internet surfen. Ingesamt gingen die Erlöse auf dem Heimatmarkt um 0,4 Prozent auf 6,2 Mrd. Euro zurück. Obermann will das Geschäft in zwei Jahren spätestens wieder flott kriegen.
Für 2010 erwartet der Vorstand des rund 260 000 Mitarbeiter starken Konzerns unverändert einen Free Cash-Flow von 6,2 Mrd. Euro und ein bereinigtes Betriebsergebnis (Ebitda) von etwa 19,5 Mrd. Euro. 2009 betrug das bereinigte Ebitda 20,7 Mrd. Euro.
Der Konzernumsatz ging im abgelaufenen Vierteljahr um 4,4 Prozent auf 15,53 Mrd. Euro zurück. Von Reuters befragte Analysten hatten bei 15,4 Mrd. Umsatz mit 757 Mio. Euro Überschuss gerechnet. Im Deutschlandgeschäft, dem größten Umsatzträger des Konzerns, kam die Telekom der langersehnten Trendwende näher.