Quartalszahlen
Heftiger Gewinneinbruch bei Hewlett-Packard

Anleger des US-Computerherstellers Hewlett-Packard haben wenig Grund zur Vorfreude: Der Konzern muss im ersten Quartal Einbrüche bei Umsatz und Gewinn verschmerzen - und die Prognose fällt auch schwach aus.
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San FranciscoDie Talsohle ist für den IT-Riesen HP noch nicht erreicht. Das räumte Chefin Meg Whitman unverhohlen ein. Rückläufiges Geschäft prägt fast alle Geschäftsbereiche. Whitman rechnet frühestens Ende des Jahres mit einer Stabilisierung der Umsätze, bevor es 2013 wieder aufwärts gehen könnte. Ihre große Hoffnung: Ein Ende der Festplattenkrise und Windows 8 von Microsoft. Und bis dahin muss eisern gespart werden.

Das war kein leichter Auftritt. Im Analystengespräch musste sich die frühere Ebay-Chefin und neue CEO des Technologiegiganten aus Palo Alto für ein ausnehmend schlechtes Quartal verantworten. Seit fast sechs Monaten ist sie im Amt, aber die Zahlen werden nicht besser. Der Nettoumsatz im ersten alleine von ihr zu verantwortenden Quartal (zum Ende Januar 2012) fiel etwas stärker als erwartet um sieben Prozent auf 30 Milliarden Dollar, der Nettogewinn nach US-Bilanzregeln GAAP jedoch brach im Vergleich zu Vorjahresquartal um 44 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar ein.

Das laufende Quartal verspricht keine Besserung: Der Gewinn pro Aktie wird mit 88 bis 91 US-Cents prognostiziert, Analysten hatten mit 95 US-Cents gerechnet. Am Vortag hatte bereits Konkurrent Dell mit einem Ertragseinbruch von 18 Prozent schlechte Zahlen vorgelegt und vor einem schwachen Quartal gewarnt. Aber HP verlor überdurchschnittlich.

Denn bei HP brennt an allen Ecken und Enden. Das PC-Geschäft verlor insgesamt 15 Prozent Umsatz, das Geschäft mit Privatkunden alleine 25 Prozent. Immer mehr Kunden wenden sich Smartphones und Tablets zu. HP hat hier nach dem missglückten Abenteuer mit dem Betriebssystem PalmOS  nichts mehr zu bieten. Allerdings ist ein Teil auch Lieferproblemen zuzuschreiben.

Das Angebot an Festplatten für PC und Server liege nach der Flutkatastrophe im Hauptproduktionsland Thailand derzeit „fast 30 Prozent unter der Nachfrage“ so Whitman. Fast die Hälfte des gesamten Umsatzverlusts im Konzern führt die CEO darauf zurück. PCs und Server ohne Festplatten sind halt nicht zu verkaufen.  Besonders große und schnelle Platten für teure Computer waren Mangelware, wie schon Dell feststellen musste.

Die Rettung soll aus Redmond kommen: „Je besser Windows 8 wird, um so besser werden wir sein“, fasst sie die Hoffnungen auf das neue Betriebssystem von Microsoft zusammen. Es soll im Sommer kommen und für das Weihnachtsgeschäft ein starkes Geschäft mit PCs, Laptops und neuen Windows-8-Tablets garantieren. Zugleich wird für die zweite Jahreshälfte eine deutliche Entspannung auf dem Festplattenmarkt erwartet.

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  • Hab grad meinen nächsten Arbeits-Laptop bei HP bestellt und zwar super günstig im Vergleich zu Lenovo oder Dell.

  • Tja, wer die Kunden halt mit überteuerter Tinte und Ähnlichem nötigt und Chips in Druckerpatronen einbaut um die Kunden zu erpressen, der bekommt halt irgendwann die Rechnung dafür.

    Und das ist gut so !

  • Für mich steht fest: Nie wieder (H)andlam(P)en!
    Zu hohe Anschaffungs- und Unterhaltskosten bei gleichzeitig niedriger Qualität. Das können Japaner und Koreaner inzwischen besser.
    Und meine Betriebsdaten bleiben IM Betrieb. Eine Cloudnutzung fällt zu 100% aus.

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