Quartalszahlen
Microsoft steckt Schwäche des Betriebssystems weg

Die Geldmaschine Microsoft kam nicht ins Stottern. Den Unkenrufen zum Trotz steigerte der Konzern Umsatz und Gewinn deutlich. Doch die Windows-8-Verkäufe waren flach.
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RedmondTrotz der harschen Kritik am neuen Betriebssystem Windows 8 und tiefen Erwartungen konnte Microsoft seinen Umsatz um 18 Prozent auf 20,5 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf unterm Strich annähernd 6,1 Milliarden Dollar (4,7 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Microsoft übertraf mit Zahlen für das dritte Geschäftsquartal die Erwartungen der Analysten. Die Aktie stieg nachbörslich um annähernd 2 Prozent. Das dürfte Balsam für die Seele von Konzernchef Steve Ballmer gewesen sein. Erst jüngst hatte die Marktforschungsfirma IDC den Software-Konzern mitverantwortlich gemacht für den Einbruch der PC-Verkäufe. Die Nutzer könnten sich nicht an die neue Bedienung von Windows 8 gewöhnen und vermissten den Start-Button, schrieben die Experten.

Begehrt waren die Office-Büroprogramme und die Server-Software bei Geschäftskunden begehrt. Die Spielesparte mit der Konsole Xbox konnte ihre Einnahmen deutlich steigern und kam aus den roten Zahlen heraus. Bei den Online-Diensten rund um die Suchmaschine Bing konnte Microsoft den Verlust eindämmen. Die Windows-Sparte wuchs aktuell jedoch gar nicht und machte Hoffnungen auf eine Verbesserung der Windows-8-Verkäufe zunichte.

Umgekehrt steckte der Konzern viel Geld in die Vermarktung von Windows 8, was den Gewinn schmälerte. Zudem musste Microsoft eine EU-Strafe von mehr als einer halben Milliarde Euro verschmerzen.

Die EU-Kommission hatte entschieden, dass es die Firma versäumt habe, den Nutzern von Windows 7 neben dem hauseigenen Internet Explorer auch konkurrierende Browser für das Surfen im Internet anzubieten.

Am Donnerstag nach Börsenschluss teilte der Konzern außerdem mit, dass der Finanzchef Peter Klein ausgewechselt werde. Nach dreieinhalb Jahren auf dem Posten, werde Klein das Unternehmen verlassen.

Er folgt damit auf eine ganze Reihe von Top-Managern, die Microsoft jüngst gefeuert hat. „Der Abgang des CFO macht mir ein bisschen Sorgen“, sagte Brendan Barnicle, Analyst bei Pacific Crest Securities. Er mache einen Rückzug von Konzernchef Ballmer unwahrscheinlich, weil diese Abfolge ungewöhnlich wäre.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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