Quartalszahlen: Nokia stellt Anleger nicht ganz zufrieden

Quartalszahlen
Nokia stellt Anleger nicht ganz zufrieden

Im vierten Quartal 2005 hat der weltgrößte Handy-Hersteller seinen Gewinn wie von Analysten erwartet gesteigert. Auch im Gesamtjahr hat Nokia zugelegt. Wegen des Trends zu billigeren Mobiltelefonen sanken aber die Margen, was den Aktienkurs belastete.

HB HELSINKI. Im abgelaufenen Quartal habe sich ein Gewinn je Aktie von 0,25 Euro ergeben nach 0,24 Euro im Vorjahr, teilte das finnische Unternehmen am Donnerstag mit. Der Umsatz wuchs 9,3 Prozent auf 10,33 Mrd. Euro. Damit sank die Umsatzrendite auf 13,2 Prozent, während befrage Analysten im Durchschnitt mit 14,1 Prozent gerechnet hatten. Den Gewinn vor Steuern wies das Unternehmen mit 1,45 Mrd. Euro zudem etwas schwächer aus als von Analysten im Schnitt mit 1,5 Mrd. Euro erwartet.

Im gesamten Jahr 2005 steigerte Nokia den Umsatz um 16 Prozent auf 34,2 Mrd. Euro und den operativen Gewinn um sieben Prozent auf gut 4,6 Mrd. Euro. Der Reingewinn wuchs um 13 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro. Nokia-Aktien rutschten unmittelbar nach Vorlage der Zahlen um rund drei Prozent ins Minus auf 14,69 Euro, nachdem sie kurz vor der Veröffentlichung noch um zwei Prozent hinzugewonnen hatten.

Einfache Geräten gefragt

Trotz neuer, teurerer Handy-Modelle mit Kameras und anderen Zusatzfunktionen wie E-Mail griffen die Kunden zunehmend zu preiswerteren Nokia-Mobiltelefonen. Daher sank der durchschnittliche Handy-Verkaufspreis auf 99 Euro. Für das laufende Quartal erwartet Nokia, dass diese in der Branche wichtige Größe bestenfalls stabil bleibt. Branchenweit werde der durchschnittliche Verkaufspreis 2006 wohl leicht zurückgehen.

„Der durchschnittliche Verkaufspreis ist stärker gesunken als erwartet und das trifft natürlich die Margen“, erläuterte Petri Arjama, Analyst bei Handelsbanken. An der Börse rutschten die Nokia-Aktien unmittelbar nach Vorlage der Zahlen rund drei Prozent ins Minus auf 14,69 Euro, konnten im weiteren Verlauf einen Teil ihrer Verluste aber wieder wettmachen.

Marktanteil ist gestiegen

Beim Handy-Marktanteil konnte Nokia im vierten Quartal dank eines guten Weihnachtsgeschäfts seine jüngsten Verluste wieder etwas aufholen. Mit 84 Mill. verkauften Mobiltelefonen lag der weltweite Marktanteil des finnischen Konzerns bei 34 Prozent. Vor allem in China und Nordamerika stieg die Nachfrage nach Nokia-Handys. Das bedeutet aber auch, dass Nokia mehr Geschäft mit einfachen Geräten gemacht hat, an denen weniger zu verdienen ist. Im laufenden Quartal erwartet der Konzern einen stabilen oder leicht steigenden Marktanteil.

Konzernchef Jorma Ollila (55) erklärte, er sei sowohl über den gesamten Jahresverlauf wie auch das letzte Quartal „extrem erfreut“. Ollila, der im Sommer in den Aufsichtsrat wechselt und an der Konzernspitze vom derzeitigen Mobilfunk-Chef Olli-Pekka Kallasvuo (52) abgelöst wird, verwies auf den auf 33 Prozent gestiegenen Weltmarktanteil seines Unternehmens. „Zum ersten Mal haben wir in einem Quartal mehr als zehn Mrd. Euro umgesetzt und mit 83,7 Mill. Handys so viele verkauft wie nie zuvor“, sagte Ollila weiter.

Der Branchenprimus bekräftigte die Prognose für den weltweiten Handy-Absatz. Demnach rechnet Nokia mit einem Plus von mehr als zehn Prozent von erwarteten 795 Millionen 2005. Die Konkurrenten Motorola und Sony Ericsson hatten ihren Absatz mit Mobiltelefonen im Weihnachtsquartal um 40 und 28 Prozent gesteigert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%