Quartalszahlen
Pro Sieben Sat 1 macht Verlust

Deutschlands größter TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 setzt nach Verlusten im dritten Quartal 2007 wegen eines Bußgeldes auf die weitere Integration der europäischen Senderkette SBS. So will der Konzern die Stagnation in Deutschland ausgleichen.

HB MÜNCHEN. Die internationale Aufstellung des Unternehmens durch den Erwerb von SBS sei die „richtige strategische Entscheidung“ gewesen, sagte Pro-Sieben-Sat-1-Chef Guillaume de Posch am Donnerstag in München laut Mitteilung. „Die Dynamik der anderen europäischen Märkte konnte die verhaltene Entwicklung des deutschen Marktes im dritten Quartal mehr als kompensieren.“ Beim Ausblick blieb das Unternehmen zurückhaltend. Für das Gesamtjahr werde vor allem dank der SBS-Übernahme weiterhin eine Umsatz- und Ergebnissteigerung erwartet, hieß es.

Im dritten Quartal drückte ein Bußgeld des Bundeskartellamtes in Höhe von 120 Mill. Euro die Senderfamilie in die roten Zahlen. Die Wettbewerbshüter hatten den Pro-Sieben-Sat-1-Werbezeitenvermarkter Seven One Media und seinen Konkurrenten IP Deutschland von RTL im Juni wegen des Verdachts auf Wettbewerbsverstöße durchsuchen lassen, gegen die Zahlung des Bußgeldes waren die Untersuchungen eingestellt worden.

Unter dem Strich verbuchte Pro Sieben Sat 1 zwischen Juni und September einen Verlust von 77,9 Mill. Euro, nach 13,1 Mill. Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum. Operativ blieb Pro Sieben Sat 1 mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 0,4 Mill. (Vorjahr: 58,7 Mio) Euro nur knapp in den schwarzen Zahlen. Der Umsatz kletterte vor allem dank der erstmaligen Einbeziehung von SBS um 55 Prozent auf 668,4 Mill. Euro.

Pro Sieben Sat 1 hatte den Kauf der europäischen Senderkette im Juli abgeschlossen. Die bisher größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte brachte dem Konzern einen Schuldenberg ein. Zum 30. September beliefen sich die Netto-Finanzverbindlichkeiten auf 3,541 Mrd. (Vorjahr: 311,6 Mio) Euro. „Als pan-europäische Fernsehgruppe ist Pro Sieben Sat 1 breiter und krisensicher aufgestellt. Die kräftige Dynamik der anderen europäischen Märkte wird auch im vierten Quartal unser Wachstum treiben“, erklärte de Posch. Der Integrationsprozess verlaufe planmäßig.

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