Quartalszahlen
Schwieriger Start für Larry Page als Google-Chef

Die Erwartungen an den Internetriesen Google und seinen Chef Larry Page sind hoch. Trotz einer Steigerung des Quartalsgewinns um fast 20 Prozent ging die Aktie nachbörslich auf Talfahrt. Welche Gründe das hat.
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San Francisco/Mountain View

Google ist zwar weiter auf Wachstumskurs. Doch obwohl der Gewinn unter dem Strich um 18 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) stieg, zeigte sich die Wall Street enttäuscht von den vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal 2011, die nicht den Erwartungen der Analysten entsprechen. Nachbörslich sackte die Google-Aktie nach der Veröffentlichung der Zahlen zeitweise um mehr als fünf Prozent ab.

Der Internetriese hat im ersten Quartal 2011 einen Bruttoumsatz von rund 8,58 Milliarden Dollar erzielt, das ist ein Plus von 27 Prozent zum Vorjahresquartal. Darin enthalten sind 2,04 Milliarden Dollar, die Google an Dritte ausgezahlt hat für die Vermittlung von Nutzern auf Google-Seiten. Der Nettoumsatz liegt um 29 Prozent über Vorjahr.

Verantwortlich für das Verfehlen der Gewinnerwartungen ist eine Kostensteigerung unter anderem durch eine generelle zehnprozentige Gehaltserhöhung für alle 26 000 Mitarbeiter, die 2010 Kraft trat, und ein beschleunigter Personalaufbau. Im Gesamtjahr will Google rund 6200 Mitarbeiter einstellen, im ersten Quartal hat es bereits 1900 neue Beschäftigte engagiert. Das größte Web-Unternehmen der Welt befindet sich in einem harten Konkurrenzkampf um Märkte und Mitarbeiter mit dem aufstrebenden Social Network Facebook.

Für den neuen, alten Google-Chef Larry Page war es ein durchwachsener Start in den neuen Job: Keine zwei Wochen steht der Google-Gründer nun an der Spitze des Internetkonzerns. Das Geschäft zu Jahresbeginn hatte freilich noch Vorgänger Eric Schmidt zu verantworten, der nun als Verwaltungsratschef die Rolle des Firmenbotschafters übernommen hat.

Page steht seit Anfang April in der Pflicht. Jede seiner Handlungen wird genau beobachtet. Die Frage lautet: Wohin steuert Page den Internetgiganten? In der Telefonkonferenz mit Analysten blieb er die Antwort schuldig - er äußerte sich nur kurz zum Geschäftsergebnis und übergab dann an den Google-Finanzchef.

Analysten reagierten indigniert: "Ich hoffe sehr, dass er mit der Zeit seine Strategie etwas klarer vorstellt", sagte Jim Tierney, Chef-Investmentstratege beim Vermögensverwalter WP Stewart, der Anteile an Google hält. "Die Ausgaben wachsen schneller als der Umsatz und einige Leute sind doch sehr überrascht, wie bereitwillig der Konzern Geld ausgibt", sagte Colin Gillis von BGC Partners. Die Ausgaben des weltgrößten Suchmaschinenbetreibers schossen in den ersten drei Monaten um 54 Prozent in die Höhe und erreichten 2,84 Milliarden Dollar.

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  • Die Gehaltserhoehung war ja auch lange faellig, schliesslich bezahlte Google ihre "Kids" mindestens 10% unter dem Marktdurchshnitt. Das die Begeisterung uber das Gratisessen irgendwann in den Hintergrund rueckt, und Gehalt wichtiger wird, ist ja kein Wunder. Mann soll sich mal blogs von "googles" durchlesen. Da meinte einer: "I don't f*** need the free food, but a descent salary to buy it myself".

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