Quartalszahlen
Springer muss Gewinneinbrüche hinnehmen

Das Sommerquartal sorgte bei Springer für Einbußen bei Gewinn und Umsatz. Das digitale Geschäft steuerte fast 70 Prozent des Betriebsgewinns bei. Bei den Bezahlangeboten läuft es bei Springer schlechter als erwartet.
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BerlinAxel Springer streckt im Kampf gegen den Online-Riesen Google die Waffen. Man werde dem US-Konzern ab sofort erlauben, Pressetexte von Springer-Medien kostenlos bei der Google-Suche im Internet anzuzeigen, sagte Unternehmenschef Mathias Döpfner am Mittwoch. Springer drohten andernfalls empfindliche Umsatzeinbußen: Denn die zuletzt eingeschränkte Präsentation etwa von „Welt.de“ beim Suchmaschinenbetreiber habe dazu geführt, dass deutlich weniger Internet-Nutzer auf Webseiten dieser Medien weitergeleitet wurden.

„Würden wir das fortsetzen, schießen wir uns aus dem Markt“, räumte Döpfner ein, der damit dem Beispiel anderer Verlage folgt. Das Einknicken sei ein Beleg für Googles Marktmacht. Diese ist vielen Politikern und Unternehmen schon länger ein Dorn im Auge.

Im Streit mit Google geht es um das sogenannte Leistungsschutzrecht. Dieses Gesetz ermöglicht den Verlagen seit August 2013 faktisch, Geld von Suchmaschinenbetreibern zu fordern, die Textteile der Pressehäuser ab einer bestimmten Länge im Internet verwerten. Google lehnt dies ab. Der US-Konzern hat eine verkürzte Darstellung von Texten angekündigt, um die Risiken infolge einer Klage der Verlage und ihrer Verwertungsgesellschaft VG Media zu minimieren. Denn die Verlage halten juristische Schritte gegen Google aufrecht.

Zuletzt hatten mehrere Unternehmen jedoch ihre Geldforderung aufgegeben und Google eine Gratislizenz gewährt, da sie Einbrüche bei Umsatz und Gewinn befürchteten. Springer hingegen pochte bei vier Marken (welt.de, computerbild.de, sportbild.de und autobild.de) auf Zahlung, woraufhin Google im Netz die betreffende Anzeige von Suchergebnissen deutlich eingeschränkt hat. Der Internet-Gigant argumentiert, damit stehe man im Einklang mit dem Leistungsschutzrecht. Die Folge war drastisch: In den vergangenen zwei Wochen seien deutlich weniger Nutzer auf Webseiten der betroffenen Springer-Medien weitergeleitet worden, sagte Döpfner. „Bei Google-News ist der Traffic um rund 80 Prozent eingebrochen.“ Der finanzielle Schaden durch entgangene Vermarktungsumsätze hätte sich – bezogen auf das Gesamtjahr – im siebenstelligen Bereich pro Marke bewegt.

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Döpfner bekräftig Prognose

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  • "AfD ist unsere letzte Hoffnung." Dieser Meinung kann ich mich leider nicht mehr anschließen.

  • Zitat HB:"Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank zwischen Juli und September zum Vorquartal um rund ein Drittel auf 97,8 Millionen Euro, wie der Berliner Medienkonzern am Mittwoch mitteilte."

    Entscheidend sind die 9-Monatszahlen und hier sieht es sehr ordentlich aus. EBITDA um 8,1 % und Umsätze um 6,9% gestiegen. Das Ebitda im Vergleich zu Q3 2013 von 96 auf 97,8Mio/bzw. um 8.1% auf 363,9 Mio (9M). Bereinigte Konzernüberschuss um 10,4% auf 186 Mio. € (9M)rauf.Also von einem reißerischen Gewinneinbruch weit und breit keine Spur.
    Bitte nicht vergessen, im Q2 2014 war Weltmeisterschaft.EK-Quote rauf auf 52,6%(VJ: 47%), Nettofinanzschulden runter von 471,3 auf 164,3 Mio.. Also für mich höchst erfreuliche Zahlen. Knackige Dividende auch noch. Sehr schön. Habe heute meine Position weiter aufgestockt.

  • Sollte es tatsächlich Hirn geregnet haben?

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