Quartalszahlen
Texas Instruments liefert maue Prognose

Erst sah es nach einer glanzvollen Erholung aus - doch nun verkauft der amerikanische Chiphersteller nicht mehr so viel wie zu Jahresbeginn. Holt die Wirtschaftskrise den IT-Spezialisten jetzt doch noch ein?
  • 0

HB DALLAS. Nach dem Höhenflug der vergangenen Monate kehrt beim Chiphersteller Texas Instruments Zurückhaltung ein. „Die Nachfrage der Verbraucher hat sich abgekühlt“, sagte Konzernchef Rich Templeton am Montag in Dallas. Vor allem Fernseher und Computer liefen schlechter. Auch bei den bis dato spendablen Firmenkunden rechnet Templeton damit, dass diese den Gürtel künftig wieder enger schnallen.

Die Chipindustrie hatte die Wirtschaftskrise mit Bravour gemeistert. Bis zum Sommer boomte das Geschäft regelrecht, seitdem flaut es etwas ab. Im dritten Quartal gingen die Bestellungen bei Texas Instruments gegenüber dem Vorquartal bereits um 8 Prozent zurück. Das wird sich im laufenden vierten Quartal negativ auswirken. Die Aktie fiel nachbörslich.

Texas Instruments konnte den Boom aber voll auskosten und steht im Vergleich zum Krisenjahr 2009 immer noch blendend da: Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 30 Prozent auf 3,7 Mrd. Dollar (2,6 Mrd. Euro). Der Gewinn verbesserte sich um 60 Prozent auf unter dem Strich 859 Mio. Dollar. Alle Sparten seien gewachsen, sagte Templeton.

TI ist führend bei analogen und integrierten Prozessoren für einfache Rechenaufgaben. Die Chips kommen in Geräten von der Waschmaschine bis zum Fernseher zum Einsatz. Daher gilt das Abschneiden als Konjunkturbarometer für die Elektronikhersteller. Schülern ist Texas Instruments durch seine Taschenrechner bekannt. Auch in Handys sind TI-Chips eingebaut.

. „Ich wäre nicht überrascht, wenn wir nun zwei Quartale mit Korrekturen sehen“, sagte Finanzchef Kevin March. Im abgelaufenen dritten Quartal wies TI zwar einen höheren Gewinn als erwartet aus. Die Aktien des Konzerns verloren nachbörslich aber ein Prozent. Auch andere Chip-Hersteller wie Atheros Communications oder Volterra Semiconductor warnten vor einem Umsatzrückgang im laufenden Vierteljahr.

March sagte, das starke Geschäft mit Industriekunden habe eine schwache Nachfrage für Produkte für Privatkunden wettgemacht. Die Schwäche im Geschäft mit Privatkunden werde sich im laufenden Quartal fortsetzen, zugleich aber werde das Wachstum im Industriegeschäft nach einem zuletzt sehr starkem Jahr nicht mehr so spektakulär sein wie zuletzt.

Gleichwohl liegt TI mit seinen aktuellen Prognosen für Umsatz und Gewinn im Rahmen der Analystenerwartungen. Der Konzern erwartet für das vierte Quartal Erlöse zwischen 3,36 und 3,64 Milliarden Dollar und ein Ergebnis pro Aktie zwischen 59 und 67 Cent. Einige Experten äußerten sich aber besorgt, ob IT dabei in der unsicheren Konjunkturlage nicht zu sehr auf steigende Lagerbestände setzt. TI hatte sich über mehrere Quartale hinweg schwer getan, die steigende Chip-Nachfrage zu befriedigen, weil es Branchenweit einen Engpass bei Komponenten gab. Nun, da sich Angebot und Nachfrage angenähert haben, meinen manche Analysten, es gebe nicht mehr viel Raum für Wachstum.

Für das abgelaufene dritte Quartal wies TI einen Gewinnzuwachs von 60 Prozent 859 Mio. Dollar aus. Pro Aktie waren dies 71 Cent. Der Umsatz erhöhte sich um 30 Prozent auf 3,74 Mrd. Dollar. Analysten hatten mit einem Gewinn pro Aktie von 69 Cent und 3,69 Mrd. Dollar Umsatz gerechnet. Der Analyst Drake Johnstone von Davenport sagte, insgesamt gebe es bei den TI-Zahlen nur wenig Überraschungen. Der Aktienkurs gebe nur deshalb um ein Prozent nach, weil Anleger Gewinn mitnehmen würden. Schließlich sei der Kurs seit August um 26 Prozent gestiegen.

Kommentare zu " Quartalszahlen: Texas Instruments liefert maue Prognose"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%