Quartalszahlen
Umsatz bei Microsoft knickt stärker ein als erwartet

Analysten haben damit gerechnet, dass Microsoft vor dem Start von Windows 8 geringere Umsätze vorweisen würde. Doch der Rückgang fiel deutlicher aus als gedacht. Auch der Gewinn enttäuschte.
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Redmond/SeattleWenige Tage vor dem Verkaufsstart des neuen Betriebssystems Windows 8 muss Hersteller Microsoft einen Rückschlag hinnehmen. Weil das aktuelle Windows 7 sich nur noch schwer verkauft und der gesamte PC-Markt schwächelt, ging der Konzernumsatz im ersten Geschäftsquartal (Juli bis September) um 8 Prozent zurück auf 16,0 Milliarden Dollar (12,2 Mrd Euro).

In der Bilanz verschärfte sich der Trend, weil Microsoft einzelne Umsatzposten in das nächste Quartal verschob, die dann erst bilanziell wirksam werden. Angesichts der konjunkturellen Lage und der Situation am PC-Markt seien die Microsoft-Zahlen durchaus respektabel, sagte Analyst Daniel Ives von FBR Capital Markets.

Der Gewinn schrumpfte um 22 Prozent von 5,74 auf 4,47 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag in Redmond im US-Bundesstaat Washington mitteilte. Pro Anteilsschein stand ein Ergebnis von 53 Cent nach 68 Cent im Vorjahreszeitraum.

Analysten hatten bereits damit gerechnet, dass viele Kunden auf das neue Windows 8 warten oder gleich ganz auf die Neuanschaffung eines PCs zugunsten mobiler Geräte wie Tablet-Computer oder Smartphones verzichten. Doch mit einem derart starken Rückgang beim Umsatz hatten die Experten nicht gerechnet. Die Aktie fiel nachbörslich um 2 Prozent.

„Der Start von Windows 8 ist der Beginn einer neuen Ära für Microsoft“, sagte Konzernchef Steve Ballmer. Es ist die wichtigste Neuvorstellung seit vielen Jahren: Zusammen mit dem PC-Betriebssystem kommen eine Version für Smartphones und eine für Tablet-Computer heraus.

Bei den mobilen Geräten hinkt Microsoft bislang hinterher. Deshalb hängt so viel von Windows 8 ab. Das Betriebsystem, dessen Markenzeichen verschieden große bunte Farbflächen zum Starten von Programmen sind, erscheint am 26. Oktober.

Parallel kommen auch abgestimmte neue Versionen der Office-Büroprogramme, von Server-Software und des Browsers Internet Explorer heraus. „Die Investitionen, die wir über eine Reihe von Jahren gemacht haben, fügen sich nun ineinander“, sagte Ballmer. Er versprach außergewöhnliche Geräte und Services.

Doch zunächst musste Ballmer den Anlegern ein kräftiges Schrumpfen des Windows-Geschäfts beibringen: Der Umsatz der Sparte fiel um ein Drittel, der Gewinn halbierte sich sogar. Auch in der sogenannten Business Division mit den Office-Programmen kam etwas weniger heraus. Es sind Microsofts wichtigste Standbeine.

Als Geldverbrennungsmaschine erwies sich wie schon in den Quartalen zuvor das Internet-Geschäft rund um die Suchmaschine Bing und das Portal msn.com. Hier verlor Microsoft unter dem Eindruck der starken Konkurrenz durch Marktführer Google operativ 364 Millionen Dollar. Das Geschäft rund um die Spielekonsole Xbox warf einen kleinen Gewinn von 19 Millionen Dollar ab.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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