Quartalszahlen
United Internet gewinnt weniger DSL-Kunden

Nach einem starken Jahresauftakt hat der zweitgrößte deutsche Internetanbieter United Internet AG sein kräftiges Wachstum fortgesetzt und die Markterwartungen beim Ergebnis im zweiten Quartal übertroffen. Im DSL-Geschäft gab es allerdings einen Rückschlag. Zur Prognose machte das Unternehmen keine detaillierten Angaben.

HB FRANKFURT. Im hart umkämpften DSL-Markt konnte das Unternehmen im zurückliegenden zweiten Quartal allerdings weniger Neukunden für schnelles Internet gewinnen als angepeilt. „Auch für das weitere Geschäftsjahr sind wir zuversichtlich“, hieß es zur Prognose lediglich. Die Komplettangebote seien sehr zufriedenstellend angelaufen. Die Internationalisierung im Bereich Webhosting komme stetig voran und eröffne zusätzliche Wachstumsimpulse, erläuterte Dommermuth.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich im Quartal ohne einen positiven Einmaleffekt aus dem Online-Marketing von 16,8 Mio EUR um 30,5% auf 78,7 Mio EUR. Damit übertraf das TecDax-Unternehmen am Donnerstagabend die Markterwartung. Die acht von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten im Durchschnitt mit 71,5 Mio EUR gerechnet.

Der Gewinn vor Steuern und Sonderposten kletterte um 33,9% auf 64,4 Mio EUR. Hier hatten die Experten 59,9 Mio EUR anvisiert. Umgerechnet auf die einzelne Aktie betrug das Nettoergebnis 0,19 Euro nach 0,12 Euro im zweiten Quartal 2006. Die Konsensprognose lag hier bei 0,14 Euro.

Eine kräftige Zunahme verzeichnete das Unternehmen aus Montabaur im Westerwald auch beim Umsatz. Die Erlöse gingen zwischen April und Juni um 25,0% nach oben auf 361,1 Mio EUR. Auch auf Halbjahresbasis gab es in allen Positionen der Erfolgsrechnung deutlich Steigerungen.

Bei der DSL-Neukundenzahl blieb United Internet im ersten Halbjahr 2007 trotz Produktinnovationen jedoch „sichtbar“ unter dem Vorjahreswert. Hintergrund sei das zweite Quartal, in dem das Unternehmen mit 64 000 Neukunden deutlich unter dem Plan von 100 000 Neukunden lag. Die Kunden hätten vermehrt nach Komplett-Paketen mit integriertem Telefonanschluss verlangt, hieß es zur Begründung. Mit der Einführung der 1&1 Surf & Phone Komplett-Pakete Anfang Juli habe man auf diesen Trend reagiert und glaube deshalb, die angepeilten 500 000 DSL-Neukunden im Gesamtjahr 2007 noch erreichen zu können. Im ersten Quartal hatte das Unternehmen noch 90 000 DSL-Neukunden gewonnen.

Der Anstieg der bezahlten Abonnements im Produktgeschäft habe sich dagegen weiterhin dynamisch entwickelt. Zum 30. Juni 2007 hatte United Internet laut Mitteilung insgesamt 6,84 Mio Kundenverträge. Damit habe das Unternehmen in den letzten zwölf Monaten in allen Produktlinien zulegen und netto 1,05 Mio neue Verträge gewinnen können. Wachstumstreiber sei insbesondere das Webhosting-Auslandsgeschäft. Alleine hier sei die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge im Vergleich zum Vorjahresstichtag um 410 000 auf 1,47 Mio gesteigert worden.

Inklusive Deutschland habe das Unternehmen zum 30. Juni 2007 etwa 3,11 Mio Verträge gehalten. „Im Bereich Information Management konnten wir im Vergleich zum Vorjahresstichtag um 110 000 Verträge auf 1,16 Mio Verträge zulegen und bei DSL um rund 480 000 auf 2,42 Mio Kundenverträge“, führte Vorstandsvorsitzender Ralph Dommermuth bei Vorlage der Halbjahreszahlen aus. Im Produktgeschäft sei der Umsatz in den ersten sechs Monaten mit den Kernmarken 1&1, GMX und WEB.DE um 28% auf 594,4 Mio EUR gesteigert worden. Das EBITDA habe sich um 27,3 % auf 131,9 Mio EUR erhöht worden; das Vorsteuerergebnis liege bei 105,3 Mio EUR, ein Plus von 32,5%.

Im Segment Online-Marketing hätten die Marken AdLINK, affilinet und Sedo von der positiven Entwicklung des Online-Werbemarktes profitiert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seien die Erlöse um 22,1% auf 103,2 Mio EUR gestiegen. Das EBITDA habe sich um 170,6% auf 29,5 Mio EUR verbessert, während das Ergebnis vor Steuern um 84,7% auf 18,1 Mio EUR zugelegt habe.

Analysten bewerteten das Zahlenwerk als "solide". Ein Wermutstropfen sei allerdings die unter den Erwartungen liegende Zahl der neu gewonnenen DSL-Kunden. Diese Feststellung relativierte Ulrich Trabert vom Bankhaus Metzler aber umgehend mit dem Hinweis auf die Bestätigung des CEO Ralph Dommermuth, man wolle im laufenden Jahr weiterhin die Zielmarke von 500 000 neuen DSL-Kunden erreichen. „Das ist ein ambitioniertes Ziel, aber das Unternehmen ist für die zweite Jahreshälfte zuversichtlich“, sagte der Analyst im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Das EBITDA und der Umsatz lägen über seinen Prognosen und auch über dem Marktkonsens.

Eine kleine positive Überraschung sei das EBT, das vermutlich vom Beitrag der Aktivitäten im Online-Marketing profitiert habe. „Das könnte der Markt heute positiv aufnehmen. United Internet dürften relative Stärke in einem schwachen Umfeld zeigen“, prognostizierte der Analyst. Die Empfehlung des Bankhauses Metzler für United Internet lautet bislang „Sell“.

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