Quartalszahlen
Verspätete Dell-Ergebnisse gefallen Anlegern

Der jüngst von allen Seiten unter Druck geratene Computerhersteller Dell legte mit sechstägiger Verspätung vorläufige Zahlen für das dritte Quartal 2006 vor.

je/HB PORTLAND. Dell meldete am Dienstag einen Reingewinn von 677 Mill. Dollar oder 30 Cents pro Aktie gegenüber 606 Mill. Dollar oder 25 Cents im Vorjahr, wo allerdings Sonderlasten von 442 Mill. Dollar das Ergebnis schmälerten. Der Umsatz stieg um 3,4 Prozent auf 14,4 Mrd. Dollar und traf die Erwartungen der Analysten. Die Wall Street rechnete im Schnitt mit einem Reingewinn von 24 Cents pro Anteil. Im nachbörslichen Handel legte die Dell-Aktie zeitweilig um zehn Prozent zu.

Der über lange Zeit größte Personalcomputer-Hersteller der Welt, der jüngst von seinem Rivalen Hewlett-Packard wieder überrundet wurde, veröffentlichte die Zahlen ohne die übliche Telefonkonferenz für Analysten und Journalisten. Dell warnte in der Presseerklärung jedoch, dass die Ergebnisse bis auf weiteres wegen zusätzlicher Investitionen, weltweiter Expansion und Einführung neuer Produkte schwanken werden.

Eine Prognose gab das Unternehmen nicht. Zu einer insgesamt enttäuschenden Umsatz- und Gewinnentwicklung kamen für Dell in jüngster Vergangenheit eine massive Rückrufaktion für Laptop-Batterien und Ermittlungen der Finanzaufsicht SEC wegen nicht näher erklärter Probleme mit der Bilanzierung und Finanzberichterstattung.

Angesichts der laufenden Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC seien die Zahlen allerdings vorläufig, hieß es weiter. Dell hatte seine Zahlen ursprünglich vergangenen Donnerstag vorlegen wollen, verschob die Veröffentlichung aber überraschend. Das Unternehmen begründete die Verzögerungen mit der höheren Komplexität bei der Vorbereitung der Zahlen.

Die SEC untersucht seit vergangenem Jahr die Bilanzen des Computerkonzerns und weitete ihre Untersuchungen vor kurzem aus. Auch die Staatsanwaltschaft in New York schaltete sich in die Ermittlungen ein und forderte Unterlagen bei Dell an. Die Ermittlungen könnten dazu führen, dass auch ältere Geschäftsberichte korrigiert werden müssten, teilte Dell mit. So sollten besonders die Zahlen zum zweiten Quartal als vorläufig begriffen werden. Analysten sehen die Untersuchung mit Sorge und fürchten, dass sie umfangreicher werden könnte als von Dell und von den Marktteilnehmern bisher angenommen.

Auch aus anderen Gründen stand das Unternehmen in jüngster Zeit mit negativen Schlagzeilen in der Presse: Der einstige Börsenliebling kämpft seit geraumer Zeit mit einem langsamen Wachstum. Im dritten Quartal lagen die Zuwächse auf dem niedrigsten Stand seit vier Jahren. Zuletzt verlor Dell seine Position als PC-Branchenführer an den Erzrivalen Hewlett-Packard. HP hat nach Einschätzung von Analysten für die schnell wachsenden Märkte der PCs für Privatkunden sowie Drucker und Laptops eine bessere Strategie als Dell und wächst daher schneller. Im abgelaufenen Quartal vervierfachte der Konzern seinen Gewinn und zeigte sich auch für das neue Quartal zuversichtlich. Dell nannte dagegen keine konkrete Prognose.

Die jüngste Panne war der Einsatz offenbar fehlerhafter Sony-Akkus in Dell-Laptops, die zu einem massenhaftem Rückruf führten. Von den Akku-Problemen waren allerdings auch Konkurrenten betroffen.

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