Quartalszahlen vorgestellt
Oracle-Ergebnisse enttäuschen

Die nach mehrtägiger Hausse erschöpften US-Aktienmärkte hofften am Mittwoch, dass die nach Börsenschluss veröffentlichten Ergebnisse von Oracle für neuen Schub sorgen würden. Doch die Zahlen, die der US-Softwareriese vorstellte, enttäuschten überraschend.

PORTLAND. Enttäuschung von dem Softwareriesen, der gerade einen weiteren Konkurrenten für 8,5 Mrd. Dollar geschluckt hat, war eigentlich nicht vorgesehen. Aber die Prognosen erwiesen sich als zu optimistisch und Oracles Notierung sackte durch.

Obwohl viele von Oracles Kunden aus der Not leidenden US-Finanzbranche kommen, wurde erwartet, dass der Softwarekonzern in seinem abgelaufenen dritten Geschäftsquartal sektorale Schwächen in den USA durch sein ausgedehntes Auslandsgeschäft sowie durch den Zukauf von BEA Systems mehr als ausgleichen würde. In der Tat stieg der Umsatz im Quartal um 21 Prozent auf 5,3 Mrd. Dollar und der Reingewinn legte gleichzeitig um ein Viertel auf 1,34 Mrd. Dollar oder 26 Cents pro Aktie zu. Ohne Einmalposten stieg der Gewinn um 23 Prozent auf 30 Cents pro Anteil. Laut Thomson Financial hatten Analysten im Schnitt mit Erlösen von 5,4 Mrd. Dollar und 30 Cents Nettogewinn pro Aktie gerechnet.

Die Einnahmen aus dem Softwaregeschäft kletterten um 21 Prozent auf 4,2 Mrd. Dollar, was angesichts der massiven Akquisitionen in den vergangenen Jahren die Erwartungen nicht erfüllte. Besonders enttäuschte, dass die Erlöse aus neuen Lizenzen, einem Indikator für die künftige Geschäftsentwicklung, nur um 16 Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar zunahmen. Das Wachstum kam dabei überwiegend aus Oracles angestammtem Datenbank-Geschäft, während Anwendungen – ein Fokus der Akquisitionen – nur um sieben Prozent wuchsen.

Nachdem Oracle Ende vergangenen Woche ihre Kreditlinie von zwei auf fünf Milliarden Dollar aufstockte, wird bereits über das nächste Übernahmeziel spekuliert. Meinte jedoch ein Analyst: „Irgendwann muss das Unternehmen auch organisches Wachstum zeigen“. Der Oracle-Kurs, der seit Beginn des Jahres bereits knapp 11 Prozent verlor, sackte im nachbörslichen Handel kräftig durch.

Quelle: Handelsblatt
Jens Eckhardt
Handelsblatt / Korrespondent
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