Rabattpraktiken
AMD kämpft gegen Intel auch mit rechtlichen Mitteln

Wegen unfairer Rabattpraktiken wird gleich dreifach gegen Intel ermittelt: In Korea, einem US-Bundesstaat und in der EU. Besonders der Dauerkonkurrent AMD würde sich über eine Verurteilung des Chipherstellers freuen. Und zumindest in der EU gehen Beobachter von einer Niederlage Intels aus.

MÜNCHEN. Die Reaktion war ungewöhnlich harsch. "Unverantwortlich" seit der Bericht, dass eine Entscheidung im Verfahren gegen Intel bereits gefallen sei, sagte vergangene Woche ein Sprecher der EU-Kommission. Zuvor hatte eine deutsche Zeitung berichtet, der amerikanische Chipkonzern müsse auf Anordnung der EU seine Vertriebspraktiken ändern.

In der Meldung war behauptet worden, dass bereits Maßnahmen gegen die Verkaufs- und Vertriebsmethoden des größten Chipkonzerns der Welt in Vorbereitung wären und im Sommer veröffentlicht werden sollten. So sei die EU zu dem Schluss gekommen, dass Intel PC-Hersteller mit unzulässigen Rabattbedingungen und der Androhung von Nachteilen dazu genötigt habe, nur die eigenen Chips einzusetzen.

Der Kommissionssprecher widersprach dem jedoch heftig und ergänzte, die seit Jahren andauernde Untersuchung darüber, ob Intel seine dominante Marktstellung missbraucht habe, sei noch in vollem Gang. Eine Entscheidung werde so bald wie möglich fallen.

Das harte Dementi auf den Bericht zeigt: Der Fall bewegt sowohl die EU selbst als auch die beiden betroffenen Chiphersteller. Und das aus gutem Grund. Intel drohen in dem Verfahren ein mehrere Hundert Millionen Euro schweres Bußgeld und die Auflage, seine Geschäftspolitik zu ändern. AMD wiederum wittert die Chance, im Rennen mit Intel endlich aufzuholen - und sei es mit Hilfe der Behörden.

Es hat seinen Grund, dass AMD mit allen Mitteln gegen Intel kämpft. Obwohl die Firma aus dem Silicon Valley seit mehr als drei Jahrzehnten im Markt ist, dominiert Intel das Geschäft mit Prozessoren. Die kleinen elektronischen Bausteine sind die zentralen Rechengehirne in Laptops und PCs.

Nach einem harten Verdrängungskampf in den 90er-Jahren sind auf dem Markt heute praktisch nur noch zwei Anbieter übrig geblieben: Intel und AMD. Während die Geschäfte von Intel rund laufen - der Umsatz 2007 betrug 38,3 Mrd. Dollar und der Nettogewinn fast sieben Mrd. Dollar - erlitt AMD einen Verlust von 3,3 Mrd. Dollar. Vertreter von AMD führen die Dominanz von Intel maßgeblich auf dessen unfaire Rabattpraktiken zurück.

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