Radikale Änderungen
Telekom nimmt offenbar Netzumbau in Angriff

Die Deutsche Telekom plant nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" einen radikalen Netzumbau. Bis 2014 wolle Konzern-Chef René Obermann weite Teile Deutschlands mit Glasfasernetzen modernisieren, die traditionelle Telefonvermittlung durch nahezu vollautomatische Internet-Techniken ersetzten, schrieb die Zeitschrift unter Berufung auf ein vertraulichen Papier.

HB DÜSSELDORF. Dieses habe Telekom-Vorstand Timotheus Höttges, zuständig für die Festnetzsparte T-Home, Konkurrenzunternehmen vorgelegt. Danach sollten 7 000 der insgesamt 7 900 Schaltstellen im Bundesgebiet geschlossen werden.

Ein Telekom-Sprecher sagte auf AP-Anfrage, es handele sich um allererste Überlegungen. Das Papier sei eine erste Diskussionsgrundlage für Gespräche mit den Alternativanbietern und der Bundesnetzagentur. Ziel sei es, das Netz umzubauen, ohne dass der Kunde - egal welches Anbieters - etwas merke.

Die "Wirtschaftswoche" berichtete, dem Papier zufolge sollten die Telekom-eigenen Kupfer- und Glasfaserkabel mit derzeit mehr als 1,8 Mill. Kilometern Gesamtlänge von 2014 an nur noch in 900 zentralen Hauptverteilern zusammenlaufen, die alle Verbindungen zwischen den Kunden der Telekom und der Konkurrenten schalteten. Damit würde aber die Telekom jenen Konkurrenten, die in eigene Infrastruktur investierten, die Wettbewerbsgrundlage entziehen, heißt es in dem Bericht weiter: Denn Unternehmen wie Arcor, Telefónica und QSC besäßen zwar eigene Leitungen; für den Zugang zu den Hausanschlüssen - die sogenannte letzte Meile - nutzten sie aber rund 4 000 Schaltstellen der Telekom. Damit könnte Schluss sein, wenn die Telekom Schaltstellen schließe.

Konkurrenzunternehmen zeigten sich laut "Wirtschaftswoche" alarmiert. "Die Telekom zieht alle Vorteile aus dem Netzumbau", sagte Netcologne-Chef Werner Hanf den Angaben zufolge. Die Organisationen der Konkurrenten, der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten und der Bundesverband Breitbandkommunikation, forderten deshalb längere Übergangsfristen von mindestens sieben Jahren oder Ausgleichszahlungen an die betroffenen Unternehmen, hieß es.

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