Radikale Neuausrichtung: Geht PC-Hersteller Dell von der Börse?

Radikale Neuausrichtung
Geht PC-Hersteller Dell von der Börse?

Der PC-Markt ist im Umbruch – und Dell steckt mitten drin. Nun denkt der amerikanischen Hersteller offenbar darüber nach, die Börse zu verlassen, um sich neu erfinden zu können.
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San FranciscoDer schwächelnde PC-Hersteller Dell sondiert eine Übernahme durch Finanzinvestoren. Nach Auskunft von zwei mit den Verhandlungen vertrauten Personen führt Firmengründer und Großaktionär Michael Dell dazu Gespräche mit Beteiligungsfirmen. Ziel sei, den US-Konzern von der Börse zu nehmen, um ihm mehr Zeit für eine Neuausrichtung zu geben. Doch Experten zweifeln daran, ob sich der auf knapp 20 Milliarden Dollar bezifferte Deal überhaupt stemmen ließe. Es wäre die größte Private-Equity-Transaktion seit der Finanzkrise. An der Börse rissen sich die Anleger um die Dell-Aktie. Der Kurs stieg um weitere fünf Prozent nach einem Plus von 13 Prozent bereits am Montag.

Dells Gespräche sind nach Angaben von Insidern in einem fortgeschrittenen Stadium. Mindestens vier Banken seien zu einer Finanzierung des Vorhabens angesprochen worden, erfuhr Reuters von zwei mit der Sache vertrauten Personen. Der Investor Silver Lake Partners führe das Vorhaben an. Er habe Ende 2012 mit der Credit Suisse, der Bank of America, Barclays und der Royal Bank of Canada gesprochen. Dell werde von JPMorgan beraten. Den Angaben zufolge kann es schnell zu einer Entscheidung kommen.

Dem "Wall Street Journal" zufolge dauern die Gespräche seit zwei bis drei Monaten an. Eine Einigung sei in etwa sechs Wochen möglich. Dell nannte die Berichte Spekulationen.

Analysten sprachen von grundsätzlich sinnvollen, aber schwer zu verwirklichenden Überlegungen. "Der Marktwert von Dell ist derart verfallen, dass ein Verkauf plausibel geworden ist", sagte Angelo Zino von S&P Capital IQ . "Andererseits erscheint es angesichts der schieren Größe Dells unwahrscheinlich." Die Investoren müssten wohl über 19 Milliarden Dollar auf den Tisch legen. ISI-Analyst Brian Marshall sagte: "Während Umstellungsphasen kann es schwer sein, den kompletten Wert eines Unternehmens an der Börse abzubilden. Es könnte Vorteile haben, ein langfristige Transformation als Privatunternehmen zu vollziehen."
Seit einiger Zeit versucht sich Dell neu aufzustellen - als Anbieter von renditestarken Dienstleistungen und Computern für Unternehmenskunden. Als Vorbild dient der IT-Gigant IBM, der sein PC-Geschäft einst an Lenovo verkaufte, sich auf Großrechner und IT-Services verlegte und damit erfolgreich ist. Ein solcher Wandel braucht aber Zeit, und auch andere klassische Hardwarehersteller versuchen auf den Trend aufzuspringen. Für viele Privatkunden sind die Angebote der traditionellen PC-Hersteller ohnehin unattraktiv geworden. Populäre IT-Angebote für Konsumenten stammen mittlerweile meist von Apple und Samsung.

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Die Trendwende blieb aus

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  • Michael Dell empfahl Apple seinerzeit, die Aktionäre auszubezahlen und Apple zu schließen und jetzt suchen sie Unterschlup bei Finanzinvestoren. Welch seltsame Wendung: http://mac-harry.blogspot.de/2013/01/dell-verabschiedet-sich.html

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