Radio Bremen
Das Griechenland der Öffentlich-Rechtlichen

Im Verhältnis zu den großen Anstalten ist Radio Bremen eine kleine Nummer. Die Finanzprobleme des Senders lassen WDR, NDR & Co. dennoch nicht kalt. Sie spannen einen Rettungsschirm – aber Bayern macht nicht mit.
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BremenRadio Bremen kann zur Überbrückung eines finanziellen Engpasses mit Unterstützung anderer ARD-Sender rechnen. WDR, SWR, NDR und MDR hätten ein Darlehen für 2013 zugesagt, teilte ARD-Sprecher Stefan Wirtz am Montag mit.

Der kleinste Sender der ARD hatte das vergangene Jahr mit einem Minus von knapp drei Millionen Euro abgeschlossen, das durch eine Eigenkapitalentnahme gedeckt wurde. Für die kommenden zwei Jahre benötigt Radio Bremen 8,8 Millionen Euro.

Der Bayerische Rundfunk (BR) trägt die Unterstützung für den norddeutschen Sender nicht mit. BR-Sprecher Christian Nitsche betonte aber auch, der BR werde sich am ARD-Finanzausgleich auch in den kommenden Jahren in der bisherigen Größenordnung solidarisch beteiligen. Wegen der zunehmenden Finanzknappheit der Sender sei es jedoch sinnvoll, zunächst weitere Kooperationsmöglichkeiten innerhalb der ARD auszuloten. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte berichtet, die Bayern hätten darauf verwiesen, dass auch der BR strukturell defizitär sei und finanzielle Rücklagen aufbrauche.

Radio-Bremen-Intendant Jan Metzger betonte: „Radio Bremen hat keinerlei Grund anzunehmen, dass die ARD-Gemeinschaft ihre Zusagen gegenüber der kleinsten Landesrundfunkanstalt nicht einhält.“ Der Sender habe bisher große Unterstützung erfahren. Nach einer Rundfunkratssitzung am vergangenen Donnerstag in Bremen hatte Metzger auch daran erinnert, dass die Ministerpräsidenten der Länder die ARD zu einer Neuregelung des Finanzausgleichs innerhalb der ARD aufgefordert hätten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Radio Bremen: Das Griechenland der Öffentlich-Rechtlichen"

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  • Grundsätzlich finde ich föderale Strukturen gut - nach dem Motto so dezentral wie möglich und so zentral wie nötig. Übertragen auf Radio Bremen heißt das, der Betrieb muss kostendeckend arbeiten. Das kann vielleicht durch noch weitergehendere Kooperationen mit anderen Anstalten erreicht werden (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Radio_Bremen#Aktuelle_Lage ). Wenn Radio Bremen aber einmal trotz aller Anstrengungen nicht kostendeckend arbeiten kann, sollte die Unterstützung enden.

  • 594000 Einwohner Bremen
    533000 Einwohner Leipzig
    578000 Einwohner Dortmund
    574000 Einwohner Essen

    Wer kennt die Landesrundfunkanstalten Leipzig, Essen, Dortmund? Warum muss jede Mini-Stadt Groß-Rundfunk auf Kosten der Abgabenzahler veranstalten? Nicht einen Euro für Bremen und das ganze nach Niedersachsen eingemeinden.
    Dann ist Geld für Qualität da und nicht für den A..., der Medienmacher, die Umzug uncool finden. Dirk Schmitz

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