Rangeleien hinter den Kulissen
Pentax lässt Fusion mit Hoya platzen

Vor vier Monaten hatten der japanische Kamerahersteller Pentax und der benachbarte Glaskonzern Hoya ihre Verschmelzung bekannt gegeben. Doch Pentax hat nun einen Rückzieher gemacht. Das hat gute Gründe.

HB TOKIO. Pentax begründete die Absage am Mittwoch mit „Umständen“ im Unternehmen sowie außerhalb, „inklusive der Aktionäre“. Ein Gegner der Zusammenschlusses, Takashi Watanuki, wurde mit sofortiger Wirkung zum Präsidenten von Pentax berufen, wie das Unternehmen nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte.

Die im Dezember angekündigte Fusion durch einen Aktientausch war unter anderem bei Aktionären auf Widerstand gestoßen, weil sie ihre Anteile für zu niedrig bewertet hielten. Die ursprüngliche Fusionsvereinbarung sah vor, dass 0,158 Hoya-Aktien gegen 1 Pentax-Aktie getauscht werden; später stockte Hoya das Angebot auf und bot auch eine Auszahlung in bar an. Das neue Unternehmen mit dem namen Hoya Pentax HD sollte sich auf Endoskope und andere medizinische Ausrüstung sowie Digitalkameras und Kontaktlinsen konzentrieren.

Mit dem Pentax-Präsidenten Fumio Urano hatte erst kürzlich einer der größten Verfechter der Verschmelzung seinen Rücktritt bekannt gebenen. Pentax hatte sich unter Urano im Dezember zu einer Übernahme durch Hoya per Aktientausch bereit erklärt. Teile des Vorstands opponierten jedoch nachträglich gegen das Geschäft. Zuvor hatte ein Hoya-Manager angedeutet, dass er das Kamerageschäft von Pentax für entbehrlich halte und erwäge, es nach dem Kauf abzustoßen. Das provozierte bei Pentax eine Gegenreaktion. Das Unternehmen ist einer der tradionsreichsten Kamerahersteller.

Hoya stellt Gläser für hochtechnische Anwendungen her, zum Beispiel für medizinische Endoskope. 2003 haben die Optik-Spezialisten Konica und Minolta fusioniert und damit eine Konsolidierung in dern Präzisionselektronik-Branche eingeleitet. Analysten zufolge überwiegen von der Geschäftsstrategie her die Vorteile einer Fusion von Pentax mit Hoya. Einer nannte die Vorbehalte gegen den Verkauf der Kamerasparte „sentimental“.

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