Reaktion auf die zunehmende Fragmentierung des Publikums
TV-Sender planen mehr Spartenprogramme

Im Zuge der Digitalisierung planen die privaten Fernsehanbieter neue Spartenprogramme. Die Sender hoffen dadurch auf eine Erhöhung der durchschnittlichen Sehdauer um bis zu zehn Prozent.

HB MÜNCHEN. „Wir werden neue Programm- Farben sehen“, sagte Premiere-Chef Georg Kofler am Donnerstagabend bei den Medientagen in München. „Ich bin zuversichtlich, dass wir in der Branche mehr Fantasie und Wagemut durch die Digitalisierung haben werden.“ Mit fünf Millionen digitalen Haushalten hätten sich die anfänglichen Investitionen im Bereich der Digitalisierung bald gerechnet. Zugleich könne sich die Sehdauer um fünf bis zehn Prozent erhöhen. Mit Spartenprogrammen könnten die Privatsender zudem auf die zunehmende Fragmentierung des Publikums reagieren, erklärte der Geschäftsführer der zur Pro Sieben Sat.1-Gruppe zählenden SevenOne Intermedia, Marcus Englert.

Da die Stärke von Pro Sieben und Sat.1 im Bereich der Comedy liege, werde derzeit ein Konzept ausgearbeitet, wie man die Marke speziell in diesem Genre nutzen könne. „Wir wollen die Chancen der Digitalisierung durch Sparten, die zu uns passen, nutzen.“ Auch das Deutsche Sportfernsehen (DSF) erwägt spezialisierte Programme. „Wir wollen unser Flaggschiff DSF im Free-TV noch breiter ausrichten, es könnte aber zusätzlich drei oder vier Spartenprogramme im Pay-TV geben“, sagte DSF-Geschäftsführer Thomas Deissenberger. Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) setzt ebenfalls auf Spartenprogramme: Vor gut drei Wochen hatte KDG ein Pay-TV-Paket mit 30 Sendern vorgestellt und macht damit dem Bezahlsender Premiere Konkurrenz. „Der Bedarf an Spartenprogrammen ist da, der Konsument braucht mehr Auswahl und nicht 30 Mal dasselbe, was er ohnehin schon hat“, sagte KDG-Produktleiterin Margot Schohmann.

Dennoch riet Kofler bei der Entwicklung von neuen Formaten zur Vorsicht. Angesichts von 17 Spartensendern allein bei Premiere sowie weiteren 50 frei empfangbaren und 30 verschlüsselten über Satellit sei der Spielraum bereits eingegrenzt. Erfolg versprechend im Bereich des Pay-TV seien Angebote, die mehrere Programme für eine Zielgruppe bündelten, zum Beispiel für Kinder.

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