Rechtsstreit der Beatles mit Emi
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Vor 40 Jahren spielten die Beatles in San Francisco ihr letztes Live-Lonzert. Der 30 Jahre alte Streit mit ihrer ehemaligen Plattenfirmen Emi und Capital Records um nicht gezahlte Tantiemen ist dagegen immer noch aktuell – und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.

LONDON. Nach einer halben Stunde war bereits alles vorbei – und die Fans ahnten nicht einmal, dass sie gerade das Ende einer Ära erlebt hatten. Am 29. August vor 40 Jahren spielten die Beatles im Candlestick Park in San Francisco vor 25 000 hysterischen Fans ihr letztes Live-Konzert.

Nur zehn Lieder gaben John, Paul, George und Ringo zum besten. Nicht gerade viel für eine Abschiedsvorstellung. Aber im Publikum wusste ohnehin niemand, dass gerade das Ende der Live-Karriere der wichtigsten Popgruppe der Welt zu sehen war. Verdachtsmomente gab es allerdings schon: John Lennon und Paul McCartney hatten Fotoapparate mit auf die Bühne gebracht und machten immer wieder Aufnahmen.

Auch wenn die Beatles längst Geschichte sind, ihre Musik wird wohl ewig weiter leben. Das gleiche gilt offenbar auch für den hässlichen juristischen Streit mit ihren ehemaligen Plattenfirmen Emi und Capital Records. Der hat inzwischen auch schon fast 30 Jahre auf dem Buckel und wirkt so quicklebendig wie die größten Hits der Fab-Four. Aber es geht ja auch um sehr viel Geld.

In der vergangenen Woche lehnte die New Yorker Richterin Karla Moskowitz einen Antrag von Emi ab, mit dem der Konzern wiederum eine Klage von Paul McCartney und Ringo Starr sowie den Erben von John Lennon und George Harrison verhindern wollte. Die Gruppe fordert von Emi und Capital Records insgesamt 13,2 Millionen Pfund (rund 20 Millionen Euro), weil die Musikkonzerne über Jahrzehnte hinweg die Verkaufszahlen ihrer Platten systematisch nach untern manipuliert und so Tantiemen unterschlagen haben sollen.

Mit der Entscheidung von Richterin Moskowitz geht der Streit aber noch lange nicht in die entscheidende Runde. Denn Emi denkt intensiv darüber nach, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Ob aber die Plattenfirma am Ende mit ihrer Blockadetaktik Erfolg haben wird, ist fraglich.

Bereits 1979 hatten die Beatles zum ersten Mal gegen Emi geklagt. Damals endete der Rechtsstreit nach zehn Jahren mit einem Vergleich der beiden Parteien. Die Plattenfirma verpflichtete sich, den Superstars aus Liverpool höhere Tantiemen zu bezahlen. Außerdem sollte sie in Zukunft bei der Berechnung der Verkaufszahlen besser aufpassen.

Die zweite Klage erhoben die Beatles 1995, und dieses Mal musste Emi 35 Millionen Dollar berappen. Damals wurden auch die Bücher des Musikkonzerns überprüft. Das führte direkt zur dritten Klage, die Richterin Moskowitz noch heute beschäftigt. Offenbar holt Emi die Vergangenheit immer wieder ein. Oder um es mit einem bekannten Song der Beatles auszudrücken: „Yesterday, all my troubles seemed so far away. Now I need a place to hide away“.

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