Rechtsstreit
SAP verteidigt Oracle-Strategie

Wegen Datendiebstahls beim Erzrivalen Oracle soll Europas größter Softwarehersteller 1,3 Milliarden US-Dollar zahlen. Das Unternehmen will trotz herber Kritik der Aktionäre den eingeschlagenen Weg beibehalten.
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Mannheim/WalldorfDie Verurteilung des Softwarekonzerns SAP zu Rekord-Schadenersatz in den USA bringt die Aktionäre auf die Barrikaden. Auch die Aufstockung der viele Jahre unveränderten Dividende konnte die Anteilseigner auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Mannheim nicht milde stimmen. Die Schadenersatzzahlungen zehren beim weltgrößten Anbieter von Unternehmens-Software einen Großteil der im Wirtschaftsaufschwung wieder sprudelnden Gewinne wieder auf.

„Wir wollen keine weiteren Negativ-Schlagzeilen aus den USA“, verlangte Jella Benner-Heinacher vom Aktionärsverein DSW vor den rund 3300 Aktionären. Unter Beifall der Anteilseigner forderte sie eine Vertagung der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Die voraussichtlich fälligen Zahlungen summieren sich binnen eines halben Jahres auf mehr als 1,65 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,2 Milliarden Euro). Denn nach dem Schadenersatzurteil wegen Datendiebstahls beim US-Konkurrenten Oracle musste SAP erst vor einer Woche eine weitere juristische Niederlage in Amerika wegen Patentrechtsverstößen einstecken.

Für Unmut sorgte die Präsentation der beiden Vorstandssprecher Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe. Sie schwärmten von guten Aussichten von SAP, da große und kleine Firmen wieder mehr Software zur Analyse von Geschäftsdaten und zur Unternehmens-Steuerung kauften. Prozentual zweistellige Umsatzzuwächse seien wieder an der Tagesordnung, bis 2015 werde SAP damit auf Erlöse von 20 Milliarden Euro kommen und eine branchenübliche operative Rendite von 35 Prozent abwerfen. „Sie sollen uns hier nicht wie ein Verkäufer einlullen, sondern Rechenschaft ablegen“, rief ein Kleinaktionär dem Vorstand entgegen.

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