Rechtsstreit um Patente befürchtet
Taiwaner applaudieren bei BenQ-Insolvenz

Während in Deutschland die Wogen über den BenQ-Rückzug hoch schlagen, kommt die Insolvenz der ehemaligen Siemens-Handysparte für die Analysten in Taiwan weder „völlig überraschend“ noch „total ungelegen“.

PEKING. „Aus Sicht von BenQ ist der Rückzug in Deutschland eine gute Sache“, sagt Analyst Robert Chen von Goldman Sachs in Taipeh. Er glaubt nicht, dass die Insolvenz in Deutschland von Beginn an geplant war. „BenQ ist schlichtweg daran gescheitert, die Kosten am Standort Deutschland zu senken.“ Hinzu seien technologische Mängel sowie Managementfehler gekommen. Ein Problem für den Gesamtkonzern, der auch Computer, Flachbildschirme, Fernseher und andere technische Geräte produziert, sieht Chen nicht: „BenQ hat nun seine Lektion gelernt.“

Auf Taiwan, der Heimat von BenQ, überwiegt der Beifall der Investoren. Die Integration der deutschen Siemens-Sparte habe stark hinterhergehinkt, die Übernahme sei von Beginn an von vielen Anlegern kritisiert worden. „Dass die Deutschen nun so negativ reagieren, wird natürlich einen Effekt haben“, meint Analyst Chen, „aber nicht in Asien.“ Hier liege das große Zukunftsgeschäft für BenQ.

Analyst Wang Deng-chen von Yuanta Core Pacific Securities meint: „Die ganze Übernahme war doch zum Scheitern verurteilt.“ Wang findet es naiv, dass man im fernen Deutschland an die Rettung aus Taiwan geglaubt habe. Keine Firma der Welt könne eine marode Sparte mit einem Quartalsverlust von 200 Mill. Euro wieder flottkriegen. „BenQ hat das immerhin versucht.“

Vincent Chen, der für das Marktforschungsinstitut CLSA in Taipeh die Telekombranche beobachtet, sieht BenQ nun schon wieder auf dem Weg in die schwarzen Zahlen. Der Ausstieg in Deutschland könne das Unternehmen schon in den kommenden Quartalen wieder aus der Verlustzone holen – „ein Jahr früher als erwartet“.

BenQ – bislang vor allem als Hersteller für andere Marken groß geworden – war durch die Übernahme der Siemens-Handysparte in die roten Zahlen gerutscht und hatte in den vergangenen drei Quartalen einen Verlust von insgesamt 600 Mill. Euro ausgewiesen.

Seite 1:

Taiwaner applaudieren bei BenQ-Insolvenz

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%