Rechtsstreitigkeiten lähmen Medienfirma
Intertainment steht vor der Insolvenz

Die durch Rechtsstreitigkeiten gelähmte Medienfirma Intertainment steht kurz vor der Pleite. Falls die Hypo-Vereinsbank im Dezember ihre Klage auf Zahlung von zehn Mill. Euro gewinne und das Urteil vollstreckt werde, werde Intertainment Insolvenz anmelden, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit.

HB MÜNCHEN. Die Liquiditätslage sei sehr angespannt. Ende September verfügte Intertainment nur noch über liquide Mittel von 0,1 Mill. Euro. Das Geschäft der Firma ist wegen Rechtsstreitigkeiten in den USA praktisch zum Erliegen gekommen.

In den ersten neun Monaten machte Intertainment nur noch einen Umsatz von 1,0 Mill. Euro - im Vorjahreszeitraum waren es unter anderem wegen der Auswertung der Rechte am Film „Twisted“ noch 17,4 Mill. Euro. Der Überschuss betrug zwar 3,0 Mill. Euro. Dies ist jedoch primär auf eine wechselkursbedingte Zuschreibung der Schadensersatzforderungen aus den juristischen Auseinandersetzungen in den USA zurückzuführen. Intertainment hat jetzt Forderungen von 66,7 Mill. Euro in der Bilanz stehen. Im dritten Quartal machte das Unternehmen einen Verlust von einer Million Euro.

Hintergrund der Probleme sind die Rechtsstreitigkeiten in den USA. Intertainment warf dem früheren US-Partner Franchise Betrug vor. Zwar setzte sich Intertainment vor Gericht teilweise durch, allerdings meldeten daraufhin mehrere der verurteilten Parteien in den USA Insolvenz an. Auch von Banken und Filmversicherern forderte Intertainment Schadenersatz. Auf der anderen Seite will die HVB nun einen Kredit zurück haben. Intertainment erklärt dagegen, es habe bereits eine Einigung mit der HypoVereinsbank auf einen Forderungsverzicht gegen Besserungsschein gegeben. Dennoch habe die Bank den Kredit fällig gestellt.

Falls Intertainment den Prozess gegen die HVB gewinnen sollte oder nicht vollstreckt wird, sieht das Unternehmen offenbar trotz der dünnen Kassenlage eine Perspektive. Es sei ein Finanzplan erarbeitet worden. Das Unternehmen hatte kürzlich einen Film-Vertrag mit der Tele München Gruppe über 2,6 Mill. Euro abgeschlossen. Die Zahlungen sind bisher nicht verbucht.

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