Reding fordert mehr Wettbewerb
EU will Telekom-Riesen aufspalten

Die EU-Medienkommissarin hat die ehemaligen staatlichen Telekommunikationsmonopolisten kritisiert - vor allem die Deutsche Telekom. Viviane Reding macht sich gar für die Aufspaltung der Konzerne stark.

HB BRÜSSEL. Reding sagte am Dienstag in Brüssel, eine Abspaltung des Netzbetriebs von den übrigen Angeboten der Ex-Monopolisten wie der Deutschen Telekom könne dem Wettbewerb helfen. „Ich glaube, dass ... eine strukturelle Trennung (von Netz und Dienstleistungen) viele Wettbewerbsprobleme lösen kann, die die europäischen Telekom-Märkte heute immer noch haben“, hieß es im Text von Redings Ansprache vor dem deutschen Branchenverband Bitkom. Sie forderte zudem eine EU-Regulierungsbehörde und eine EU-weite Vermarktung frei werdender Funkfrequenzen.

Reding erinnerte an die Zerschlagung des amerikanischen Telefonkonzerns AT&T Mitte der 80-er Jahre. Die Folge sei, dass es in den USA heute einen starken Wettbewerb zwischen verschiedenen Systemen schneller Breitband-Internet-Angebote gebe. 38 Prozent der Kunden nutzten DSL-Netze der Telefonunternehmen, 55 Prozent nutzten Breitbandverbindungen über Kabelanbieter. In der EU nutzten dagegen 80 Prozent der Kunden die DSL-Technik.

„Müssen wir vielleicht so radikal sein wie die Regulierer in den USA in den 1980-er Jahren um wirklichen Fortschritt zu erzielen?“, fragte Reding. Europa brauche zwar seine eigenen Lösungen, doch ein „europäischer Weg der strukturellen Trennung muss in den kommenden Monaten selbstverständlich intensiv diskutiert werden“.

Reding ließ offen, wie genau eine solche Aufspaltung aussehen soll. Regulierungsbehörden könnten von einem dominanten Anbieter - das sind vor allem Ex-Monopolisten wie die Telekom - verlangen, „das Angebot von Infrastruktur mehr oder weniger vom Dienste-Angebot zu trennen“, sagte sie.

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