Regierung hofft auf 2 Milliarden Euro Einnahmen
Cesky Telecom steht kurz vor dem Verkauf

Die tschechische Regierung will am Mittwoch darüber entscheiden, in welcher Form ihr Anteil an dem Festnetzmonopolisten Cesky Telecom verkauft werden soll. Für die 51-prozentige Beteiligung der Regierung könnten am Ende bis zu zwei Milliarden Euro herausspringen, schätzen Analysten.

bb/oli DÜSSELDORF. Zur Auswahl hat das Kabinett drei Möglichkeiten. Zum einen könnte das gesamte Paket an der Börse verkauft werden. Diese Methode favorisieren Finanzminister Bohuslav Sobotka und weitere zehn der insgesamt achtzehn Minister.

Sie weisen auf den Vorteil hin, dass der Verkauf auf diese Weise schnell über die Bühne gehen und den heimischen Kapitalmarkt stärken würde. Angenehmer Nebeneffekt: Das Geld stünde dem Staatbudget schon im Frühjahr zur Verfügung. Als Nachteil sehen Kritiker aber den wahrscheinlich eher niedrigen Verkaufserlös.

Mehr Geld würde Variante Nummer zwei in die Kassen bringen: der direkte Verkauf an einen Investor. Derzeit tauchen immer neue Namen von Interessenten in der Öffentlichkeit auf, bestätigt haben ihre Kaufabsicht bislang aber nur wenige.

Heißer Kandidat ist die Schweizer Swisscom, die sich zusammen mit dem Finanzpartner CVC Capital Partners um die Anteile bewerben will. Der Konzern hat nach der gescheiterten Übernahme von Telekom Austria eine üppig gefüllte Kriegskasse von mehr als 1,8 Mrd. Euro.

Swisscom war schon einmal an Cesky Telecom beteiligt: Im Rahmen eines Joint Ventures mit der niederländischen KPN hielt sie bis vor knapp einem Jahr 27 Prozent der Anteile. Weil aus damaliger Sicht aber keine Aussicht bestand, die angestrebte Mehrheit zu erlangen, zog sie sich im Dezember 2003 mit einem Buchverlust im zweistelligen Millionenbereich zurück.

Swisscom-Chef Jens Alder wäre sein Engagement in Osteuropa gerne mit der Telekom Austria gemeinsam angegangen, weil er den Österreichern mehr Erfahrung im Umgang mit den neuen EU-Mitgliedstaaten bescheinigt. Das machte er in einem Gespräch mit dem Handelsblatt deutlich. Nachdem sich diese Hoffnung zerschlagen hat, unternimmt er jetzt einen Alleingang.

Als weiterer Bieter zeigte die dänische TDC Interesse, spekuliert wurde auch über France Télécom und Telekom Austria. Für einen direkten Verkauf wäre allerdings die Zustimmung der Kartellbehörde in Brüssel erforderlich – und eine Verzögerungen der Auszahlung wahrscheinlich.

Die dritte Möglichkeit besteht darin, beide Methoden zu kombinieren. Dies schlagen die Investmentberater von CSFB und Ceska Sporitelna vor. Danach sollte die Regierung erst mit den Interessenten verhandeln und im Falle eines zu niedrigen Preises an den Kapitalmarkt gehen.

Cesky Telecom ist vor allem durch seine Mobilfunkttochter Eurotel interessant. Ihr Wert wird von Analysten auf 70 bis 90 Mrd. Kronen (2,2 bis 2,9 Mrd. Euro) geschätzt.

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