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26.05.2008 
Telekom-Affäre

Regierung spricht Obermann das Vertrauen aus

Die Bundesregierung hat sich in der Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom hinter Vorstandschef Rene Obermann gestellt. Der Bundesdatenschutzbeauftragte sowie Aktionärsschützer fordern derweil eine rasche und lückenlose Aufklärung der Vorgänge. Die Reaktion an der Börse ist dagegen gelassen.

Die Regierung stärkt ihm den Rücken: Telekom-Chef Obermann. Foto: dpaLupe

Die Regierung stärkt ihm den Rücken: Telekom-Chef Obermann. Foto: dpa

HB BERLIN/FRANKFURT. Finanzministeriumssprecher Torsten Albig sagte am Montag in Berlin: "Es gibt überhaupt keinen Anlass für uns, das Vertrauen in Herrn Obermann infrage zu stellen." Obermann habe Finanzminister Peer Steinbrück telefonisch informiert, dass die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werde. Dies begrüße die Regierung ausdrücklich.

Albig sagte, wenn sich der Verdacht bestätige, dass Telefondaten ausspioniert worden seien, wäre das ein "schwerer Vertrauensverlust" für die Telekom. Schadenersatzansprüche prüfe der Bund als Hauptaktionär derzeit nicht.

Die Telekom hatte am Wochenende eingeräumt, dass zwischen 2005 und 2006 mindestens über ein Jahr lang Telefondaten ausspioniert worden sind. Dem "Spiegel" zufolge waren in der Amtszeit von Obermanns Vorgänger Kai Ricke-Uwe Manager, Aufsichtsräte und Journalisten von den Bespitzelungen betroffen. Obermann, der mit Übernahme des Chefpostens Ende 2006 die Konzernsicherheit in seinen Verantwortungsbereich genommen hatte, versprach eine lückenlose Aufklärung und bemühte sich um Schadensbegrenzung. "Die Daten unserer Millionen Mobilfunk- und Festnetzkunden sind sicher", beteuerte Obermann im Gespräch mit der "Bild-Zeitung".

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar forderte eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge bei der Deutschen Telekom. "Offenbar konnten da einige den Begehrlichkeiten nicht widerstehen, die mit der immer umfangreicheren Sammlung personenbezogener Daten verbunden sind. Alle von Datenschutzverstößen Betroffenen müssen von dem Unternehmen benachrichtigt werden." Auch Aktionärsschützer verlangen: "Das muss so schnell wie möglich aufgeklärt werden." Das sagte ein Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Montag. "Es geht darum, Schaden vom Unternehmen abzuwenden."

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie die Börse reagiert

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