Regionalzeitungen
„Rheinische Post“ kauft „Saarbrücker Zeitung“

Die Rheinische Post Mediengruppe erwirbt die Anteilsmehrheit an der Saarbrücker Zeitungsgruppe. Damit wird die Rheinische Post zu einem der größten Regionalzeitungshäuser Deutschlands – wenn das Kartellamt zustimmt.
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Düsseldorf/SaarbrückenDie Rheinische Post Mediengruppe übernimmt bis Anfang 2013 die Anteilsmehrheit an der Saarbrücker Zeitungsgruppe. Der Verkauf erfolge unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamtes, teilte die Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar mbH (GSB) am Freitag mit. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Die GSB hatte zum 1. August 2012 Anteile an der Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH (SZ) von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (GvH) übernommen. Bis zum Jahresende sollen sämtliche bisher von Holtzbrinck gehaltenen Anteile von der GSB übernommen und an die Rheinische Post Mediengruppe übertragen werden. Damit habe die Saarbrücker Zeitungsgruppe bereits nach kurzer Zeit einen neuen Mehrheitsgesellschafter.

Die GSB, die zuvor 26 Prozent der Saarbrücker Zeitungsgruppe hielt, sieht in der Rheinische Post Mediengruppe einen Partner, „der den Erfolg der "Saarbrücker Zeitung" langfristig und mit Betonung der regionalspezifischen Ausprägungen weiter entwickeln wird“, wie Aufsichtsratschef Rudolf Warnking betonte.

Karl Hans Arnold, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Rheinische Post Mediengruppe, sieht ein langfristiges Interesse seines Unternehmens: „Die Saarbrücker Zeitungsgruppe hat sich dynamisch und erfolgreich entwickelt“, teilte er nach der Vertragsunterzeichnung mit. Ziel sei es, „gemeinsam mit dem bestehenden Team in Saarbrücken den erfolgreichen Wachstumskurs fortzusetzen.“ Die Unternehmensgruppe soll den Angaben zufolge mit ihren regional ausgerichteten Publikationen selbstständig an ihren Standorten erhalten bleiben.

Zur Saarbrücker Zeitungsgruppe gehören neben der „Saarbrücker Zeitung“ mit einer Auflage von 144 000 verkauften Exemplaren die Blätter „Trierischer Volksfreund“ (Auflage: rund 90 000 Exemplare), „Pfälzischer Merkur“ (Zweibrücken/Auflage: 7700) und „Lausitzer Rundschau“ (Cottbus/Auflage: 88 000). Die Gruppe ist auch im Bereich Postdienstleistungen, Telefon- und Branchenbücher, Internet-Portale und IT-Dienstleistungen mit dabei. Die Tochterfirma Euroscript S.A gehört zu den führenden Übersetzungsdienstleistern der Welt. Der Umsatz der Zeitungsgruppe lag 2011 bei rund 320 Millionen Euro.

Für die Rheinische Post Mediengruppe ist der Kauf die größte Übernahme in der Verlagshistorie: Nach eigenen Angaben steigt der Gesamtumsatz dadurch auf mehr als 800 Millionen Euro. Neben der „Rheinischen Post“ (Düsseldorf/Auflage: 350 000 verkaufte Exemplare) gehören Anzeigenblätter, Radio- und Fernsehsender, Fachverlage sowie Medienunternehmen und Beteiligungen in der Tschechischen Republik, der Slowakei, Polen und den Niederlanden zur Mediengruppe.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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