Regulierer für Streichung der Infrastrukturabgabe
Gebührenerhöhung könnte für Telekom zum Boomerang werden

Die Deutsche Telekom muss nach der Erhöhung der monatlichen Anschlussgebühren damit rechnen, dass sie ab September von ihren Konkurrenten keine Beiträge mehr zur Deckung ihrer Anschlusskosten erheben darf.

Reuters BONN. Der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Matthias Kurth (SPD), sagte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag in Bonn, durch die genehmigte Erhöhung der Anschlussgebühren werde die Telekom ihre bisherige Kostenunterdeckung bei den monatlichen Anschlussgebühren weitgehend abbauen. „Wenn das Anschlussdefizit abgebaut worden ist, wird die Infrastrukturabgabe widerrufen“, sagte Kurth. Für die Wettbewerber und ihre Kunden bedeutet dies eine Entlastung von Kosten, die möglicherweise zu einer Anhebung der Gesprächsgebühren geführt hätte.

Die Telekom kann nach derzeitiger Rechtslage von ihren Konkurrenten pro Verbindungsminute einen Zuschlag von 0,4 Cent zusätzlich zu den für die Leitungsnutzung anfallenden Kosten verlangen. Mit dieser so genannten Infrastrukturabgabe sollen Konkurrenten an den Kosten für die Bereitstellung der Endkundenanschlüsse beteiligt werden. Nach Berechnungen der Behörde fährt die Telekom bislang bei ihren rund 28 Mill. analogen Telefonanschlüssen Millionen-Verluste ein und darf deshalb die Monatsgebühren von September an kräftig um 1,94 € auf 15,66 € erhöhen.

Wettbewerber der Telekom wie Tele2, die seit April über das Telekom-Netz Ortsgespräche anbieten, hatten sich gegen die Infrastrukturabgabe gewandt. Das Verwaltungsgericht Köln hat die ab 1. Juli fällige Abgabe zunächst gestoppt. Das Gericht hegt Zweifel an der Vereinbarkeit mit europäischen Rechtsvorschriften.

Zuversichtlich äußerte sich der Präsident der Regulierungsbehörde über die bevorstehende Einführung der neuen Mobilfunktechnik UMTS. „Wir haben (in Deutschland) vier Betreiber, die erklärt haben, dass sie aktiv ein Netz aufbauen“, sagte Kurth. Ungeachtet der technisch bedingten Verzögerungen sei damit zu rechnen, dass alle vier Unternehmen UMTS-Dienste zum Jahresende anbieten könnten. „Wenn ein Netzbetreiber mit UMTS-Diensten startet, werden die anderen mit Sicherheit schnell folgen“, fügte Kurth hinzu. Ein Problem sei allerdings noch die Verfügbarkeit von UMTS-fähigen Handys und eine ausreichende Vielfalt an Modellen.

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