Regulierer sieht neues Telekommunikationsgesetz als Wachstumschance – Verband fordert Preisänderungen
DSL gibt Telekombranche neuen Schwung

Schnelle Internetzugänge über DSL-Technik haben dem Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt einen neuen Schub gegeben. „Der Knoten ist geplatzt“, sagte Matthias Kurth, Chef der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, dem Handelsblatt.

BERLIN. Die Unternehmen würde bei der Deutschen Telekom so viele Kundenzugänge im Ortsnetz mieten wie nie zuvor. Im ersten Quartal sei diese Zahl um 200 000 auf mehr als 1,5 Millionen gestiegen und damit doppelt so schnell wie in den Vorquartalen. „Wenn wir kein DSL-Endprodukt hätten, würde sich die Teilnehmeranschlussleitungen der Telekom nicht so gut verkaufen“, sagte Kurth.

In der Regel besitzen die Telekom-Konkurrenten keinen direkten Zugang zum Endkunden. Diese letzte Meile mieten sie bei dem Ex-Monopolisten, wenn sie nicht nur Gesprächsminuten, sondern auch Telefonanschlüsse vermarkten wollen.

Kurth erwartet, dass der Wachstumsschub anhält, da den Unternehmen ab sofort weitere Instrumente zur Expansion – vor allem auf dem DSL-Markt – zur Verfügung stehen. Hintergrund ist das neue Telekommunikationsgesetz, das jetzt in Kraft getreten ist. „Es wird weiter zu Marktanteilsgewinnen bei den Wettbewerbern kommen“, sagt Kurth, „nicht nur auf dem Internetmarkt, sondern auch bei Sprachdiensten.“

Das neue Gesetz macht beispielsweise den Wiederverkauf von Telekom-Produkten möglich. Die Konkurrenten kaufen DSL-Anschlüsse zu Großhandelskonditionen bei dem Ex-Monopolisten ein und verkaufen sie unter eigenem Namen. Internetzugänge via DSL sind zudem Voraussetzung für Internettelefonie – darin sehen Experten einen weiteren Umsatztreiber für die Anbieter.

Für Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Branchenverbands VATM, hat der Wachstumsschub aber auch eine Kehrseite. „Im Prinzip ist diese Situation aus der Not geboren.“ Die Unternehmen hätten in den vergangenen Jahren in den Ausbau ihrer in den Ausbau ihrer eigenen Technik investiert. „Diese müssen jetzt ausgelastet werden, um die Kosten zu senken“, sagt Grützner.

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