Auch Chefregulierer Kurth will künftig beide Seiten in die Pflicht nehmen. Seine Behörde werde der Telekom
demnächst einen neuen Standardvertrag für den TAL-Zugang vorgeben. „Hier wollen wir durch die Einführung von finanziellen Sanktionen einerseits Anreize dafür schaffen, dass die Wettbewerber ihre TAL-Bestellungen besser und genauer planen und andererseits die Telekom
die bestellten Mengen fristgerecht bereitstellt", sagte er.
Grundsätzlich, sagte Kurth, habe sich der Wettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt aber weiter gefestigt. Ein Wermutstropfen ist in seinen Augen allerdings die Tatsache, dass immer noch ein Drittel aller Haushalte aus technischen Gründen gar nicht erst die Möglichkeit hat, den Telekom
-Anbieter
zu wechseln. „Aus diesem Grund bleibt das Instrumentarium der Regulierung trotz der Wettbewerbsdynamik erforderlich", sagte Kurth.
In das selbe Horn stieß die Monopolkommission, die am Dienstag ihren Bericht zum Telekommarkt vorstellte. Zwar seien die Märkte für Verbindungsleistungen im Festnetz nachhaltig wettbewerbsorientiert und könnten deshalb in das allgemeine Wettbewerbsrecht überführt werden. „Weiterhin regulierungsbedürftig sind aber die Märkte für Teilnehmeranschlüsse sowie die meisten Vorleistungen", urteilten die Experten.
Nach Meinung der Telekom
ist dagegen die Wettbewerbsdynamik ein klarer Indikator für einen freien Markt. „Jetzt ist es Zeit, dass eine Balance zwischen Wettbewerb und sozialer Verträglichkeit gefunden wird. Beim weiteren Umbau des Telekommunikationsmarkte in Deutschland muss die Regulierung mehr Augenmerk auf die Sicherung von Arbeitsplätzen richten", forderte der Telekom
-Sprecher.

