Regulierungsbehörde senkt Preise
Telekom bietet halbe Leitung billiger an

Für die Konkurrenten der Deutschen Telekom werden einige Produkte des Ex-Monopolisten billiger. Die Monatsmieten für eine Vorleistung, mit der die Wettbewerber schnelle Internetzugänge via DSL-Technik anbieten können, sinken von derzeit 4,77 auf 2,43 Euro – Line-Sharing heißt das Produkt im Fachjargon.

slo DÜSSELDORF. Auch die Einmalgebühren, die beim Anmieten eines kompletten Telekom-Telefonanschlusses anfallen, sind künftig niedriger. Das gab die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post am Freitag bekannt. Zudem verlängerte sie die Erlaubnis für einen umstrittenen Telekom-Sondertarif. Damit können Nutzer am Wochenende unbegrenzt zu einem Pauschaltarif telefonieren. Diese Erlaubnis und auch die neu festgelegten Preise gelten bis Mitte nächsten Jahres.

So werden jetzt einmalig 47,97 Euro fällig und damit 15 Prozent weniger als bisher, wenn Unternehmen wie Arcor oder Netcologne einen Telekom-Kunden anwerben und dafür den Telefonanschluss des Ex-Monopolisten – die so genannte letzte Meile – mieten. Hinzu kommt eine Kündigungsgebühr von 19,95 Euro. Bisher lag diese bei 31,21 Euro.

Beim Line-Sharing hatte sich die Telekom selbst für niedrigere Preise eingesetzt, um einen Streit mit der EU-Wettbewerbsbehörde zu beenden und die DSL-Verbreitung zu forcieren. Dieses Produkt ist Wachstumstreiber im Telekom-Festnetz. Der Konzern ist mit mehr als vier Millionen Kunden Marktführer in diesem Segment, die Konkurrenten haben über 500 000 DSL-Nutzer.

Beim Line-Sharing mieten die alternativen Netzbetreiber nur die halbe Telekom-Leitung. So kann der Kunde weiterhin über die Telekom telefonieren und nur seinen Internetzugang bei einem anderen Unternehmen haben. Line-Sharing gilt aber trotz der gesunkenen Monatsmieten als teuer. Die Telekom-Konkurrenten kritisieren, dass die damit verbundenen Einmalgebühren nicht auch gesunken sind. Erst dann sei Line-Sharing attraktiv, heißt es in der Branche.

Inzwischen hat die Telekom noch eine weitere Möglichkeit, den Verkauf von DSL-Anschlüssen anzutreiben. Sie vermietet nicht nur die halbe Telefonleitung, sondern verkauft das komplette Produkt an die Konkurrenten, die den Internet-Turbo unter eigenem Namen weiterverkaufen können. Dafür müssen sie einen Abschlag von elf bis 15 Prozent auf den Endkundenpreis zahlen.

Telekom-Konkurrenten fordern seit längerem noch eine dritte Variante, um die DSL-Verbreitung zu vergrößern: den Bitstream-Zugang. Dabei installiert die Telekom den Hochgeschwindigkeitszugang zum Kunden und stellt diese Verbindung Wettbewerbern zur Verfügung. Diese Variante wäre nach Einschätzung von Befürwortern billiger als Line-Sharing und würde den Alternativ-Anbietern mehr Freiraum bei der Gestaltung des DSL-Produktes geben. Sie könnten zum Beispiel die Übertragungsgeschwindigkeit selbst festlegen.

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