Reklamationen nicht bearbeitet
Telekom ließ angeblich zehntausende Beschwerden liegen

Die Deutsche Telekom hat einem Magazinbericht zufolge in den vergangenen Monaten Zehntausende von Reklamationen unbearbeitet abgelegt, ohne die Kunden darüber zu informieren. Nach Recherchen des Hamburger Magazins "Stern" handelten die Kundenbetreuer dabei auf Anweisung ihrer Vorgesetzten.

HB HAMBURG. Ursache dafür sei die Neuorganisation der Telekom und den Streik im Mai vorigen Jahres gewesen. Beides hätte dazu geführt, dass die Flut der Beschwerden immer größer wurde. Schließlich entschied man sich für den "systembedingten Abschluss" entschieden, wie der Stern die Telekom zitierte. Allein in den acht nordwestdeutschen Betreuungszentren seien mehrere zehntausend Reklamationen auf dem Telekom -Rechner in einem "toten Briefkasten" gelandet und nicht bearbeitet. Nach Angaben des Magazins warten viele Kunden, die sich mehrfach mit ihrem Anliegen gemeldet haben, bis heute auf eine Antwort.

Angeblich erhoben Mitarbeiter der Deutschen Telekom Kunden Service GmbH Nordwest auf einer Betriebsversammlung in Bielefeld, bei der es unter anderem um das Thema "Macht mogeln müssen krank?" ging, schwere Vorwürfe gegen ihre Vorgesetzten. Um die vom Unternehmen geforderten Zielvorgaben zu erfüllen, hätten sie sich zum Tricksen und Täuschen gezwungen gefühlt.

Der für den Kundenservice zuständige Telekom -Vorstand Thomas Berlemann räumte im Gesrpäch mit dem Stern dass "während der Streikphase zur schnellen Bearbeitung der eiligen Themen das Prinzip 'last in first out' angewendet wurde". Bei mehrfachen Kundenanfragen - vom selben Kunden zum selben Thema - wurde demnach immer nur die letzte Anfrage beantwortet. Eine Anweisung des Managements, Beschwerden wegzulegen, ohne sie zu beantworten, sei ihm aber nicht bekannt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%