Rekordergebnis
Google sieht Ende der Online-Krise

Rekordgewinn, Umsatzplus und Expansionspläne. Bei der Präsentation seiner Zahlen konnte der Internet-Konzern Google ein Rekordergebnis vorlegen. Der Erfolg des Unternehmens erfreut die Aktionäre und treibt den Konkurrenten Angstschweiß auf die Stirn. Denn Google scheint auch strategischen Akquisitionen nicht abgeneigt.

DÜSSELDORF. Google hat Ende vergangener Woche die Messlatte hoch gelegt für die anderen Schwergewichte der Tech-Industrie, die diese Woche Zahlen vorlegen werden. Am Montag folgt Apple, am Dienstag Yahoo und der Freitag gehört Microsoft.

Sie alle sind Unternehmen, deren Kunden längst fest im Visier von Google-CEO Eric Schmidt sind. Schmidt gab quasi offiziell das Ende der Online-Werbekrise bekannt. "Die Situation in praktisch allen Kernmärkten hat sich verbessert", so der Google-CEO in einer Analystenkonferenz. Das sichtbare Zeichen: ein Bruttoumsatz im dritten Quartal 2009 von 5,94 Mrd. Dollar (plus sieben Prozent), ein Nettogewinn von 1,64 Mrd. Dollar, ein Rekordwert. Die Zahl der "Paid Clicks", der bezahlen Klicks auf Suchwort-Anzeigen, stieg um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Google will wieder Personal einstellen und ist strategischen Akquisitionen nicht abgeneigt. "Wir sind bereit für Investitionen in eine neue Phase der Innovationen", verspricht Schmidt, und während das die Aktionäre gerne hören - die Aktie ist seit Anfang 2009 um 72 Prozent auf rund 550 Dollar gestiegen - treibt es den Konkurrenten die Angstperlen auf die Stirn. Allen voran Yahoo.

Für den angeschlagenen Web-Riesen, der in guten Zeiten dem Neuling Google noch großzügig finanziell unter die Arme gegriffen hatte, sehen Analysten einen Gewinn pro Aktie fürs dritte Quartal um 0,07 Dollar (Google pro Aktie: 5,13 Dollar).

Eine beschlossene Kooperation mit Microsoft im Suchmaschinenbereich hat noch keinen Einfluss auf das Ergebnis. Yahoo ist Marktführer bei Displayanzeigen im Web, aber allgemein wird nicht erwartet, dass die Erholung hier so schnell einsetzt wie bei den Suchwort-Textanzeigen. Der Grund: bei Textanzeigen wird, anders als bei Displayanzeigen, nur bezahlt, wenn angeklickt wird.

Apple wird bei 9,2 Mrd. Dollar Quartalsumsatz erwartet, allerdings warnen Analysten wie Oppenheimer vor einer möglichen Enttäuschung und nur knapp neun Mrd. Dollar. Bei Microsoft liegen die Schätzungen um 0,32 Dollar pro Aktie und 12,4 Mrd. Dollar Umsatz.

Das Internet-Business ist verlustreich und das wird sich auch kaum geändert haben. Alle Augen sind auch bereits auf das laufende Quartal gerichtet. Am 22. Oktober startet "Windows 7", der Hoffnungsträger des Konzerns. Nur wenig später wird auch die erste Beta-Version von Googles PC-Betriebssystem "Chrome" erwartet.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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