Rekordumsätze
Unternehmen feiern die Fußball-WM schon jetzt

Das Mega-Event des kommenden Jahres kurbelt das Geschäft an: Elektroindustrie und Sportkonzerne rechnen mit Rekordumsätzen. ARD, ZDF und RTL erwarten hohe Quoten. Auch Brauer setzen auf WM-Aktionen.
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MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Krise hin oder her - es gibt Dinge, die ändern sich nie. Zum Beispiel der Sturm der Deutschen auf die Elektronikläden vor einer Fußball-Weltmeisterschaft. "Nächstes Frühjahr werden Fernseher gekauft, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche", sagt Klaus Wübbenhorst, Chef des Nürnberger Marktforschers GfK. Andere Branchen sind da weit weniger sicher, was ihre Geschäftsaussichten während der WM angeht. Die Brauer zum Beispiel: Sportliche Großereignisse haben fast immer positive Auswirkungen auf die heimische Brauindustrie. Mit einer wichtigen Einschränkung: Das Wetter muss mitspielen. Wenn es gut läuft, treffen sich Tausende Fans im Freien, um gemeinsam Fußball zu schauen. Wenn nicht, verstauben die Bierkästen in den Getränkemärkten.

Richtig gut war die WM 2006. In dem Ausnahmejahr verkauften die deutschen Brauereien 106,8 Mio. Hektoliter Bier, 1,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Vor allem große Hersteller wie Krombacher, Veltins, Bitburger oder Warsteiner meldeten kräftige Zuwächse. Doch im folgenden Jahr folgte der Kater: Die Sudkessel blieben kalt, weil die Deutschen lieber zu anderen Getränken griffen.

Die Kapriolen des Wetters sind Adidas-Chef Herbert Hainer herzlich egal. Er verspricht seit Monaten für das kommende Jahr Rekordeinnahmen aus dem Verkauf von Kickschuhen, Trikots und Bällen. "Wir sind die klare Nummer eins in dem Geschäft und erwarten 2010 mehr als 1,3 Milliarden Euro Umsatz mit Fußball", sagt Hainer. Das wären deutlich mehr als zehn Prozent der Gesamterlöse von Adidas. Der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt rechnet schon im laufenden vierten Quartal mit anziehenden Verkäufen: Die Leibchen der Nationalteams werden gerne zu Weihnachten verschenkt.

Branchenbeobachter sind allerdings skeptisch. "Früher war die WM ein Selbstläufer", sagt Hartmut Heinrich von der Unternehmensberatung Vivaldi Partners. Angesichts der weltweiten Krise sei jedoch alles andere als sicher, dass die Fußballbegeisterten auch weiterhin viel Geld für Fanartikel ausgeben. Das Trikot der deutschen Nationalmannschaft kostet immerhin rund 70 Euro.

Dazu kommt ein harter Wettbewerb, denn die Rivalen Nike und Puma haben aufgerüstet. Vor allem Puma verspricht sich gute Verkaufszahlen, weil der Konzern seit Jahren viele afrikanische Teams sponsert. Deren Leibchen wurden derart modisch gestylt, dass sie auch Kunden ansprechen sollen, die sonst mit Fußball eher wenig anfangen können.

Brauer setzen auf WM-Aktionen

Die deutschen Brauereien machen mit Werbeaktionen rund um die Fußball-WM auf sich aufmerksam. Doch es bleiben Bedenken: Es gibt gegenüber Südafrika zwar keine Zeitverschiebung, doch findet ein Großteil der Spiele schon am Nachmittag statt. "Wir rechnen nicht damit, dass sich die deutschen Fans für das Public Viewing extra Urlaub nehmen werden", sagt ein Sprecher der Warsteiner-Gruppe. Zwar werde der Bierabsatz während der vier Wochen dauernden WM voraussichtlich deutlich zulegen. "Wahrscheinlich aber nicht in dem Umfang wie 2006."

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