Rene Obermann setzt Zeichen
Telekom-Chef verordnet Managern Nullrunde

Die Manager der Deutschen Telekom können nach Angaben von Vorstandschef Rene Obermann in diesem Jahr nicht mit mehr Gehalt rechnen.

HB FRANKFURT. „Die Führungskräfte müssen in diesem Jahr auf eine Gehaltserhöhung verzichten. Und auch ich plane, einen finanziellen Beitrag zu leisten“, sagte Obermann der Boulevardzeitung „Bild am Sonntag“. Mit dem eingesparten Geld könnten etwa Ausbildungsplätze finanziert werden. Die Telekom will die Zahl der Lehrstellen in diesem Jahr bei 4000 stabil halten. Obermann selbst hat im vergangenen Jahr 1,7 Millionen Euro verdient, davon waren gut 800 000 Euro leistungsabhängig.

Der neue Telekom-Chef hatte am Donnerstag seine Strategie umrissen. Teil seines Plans ist die Versetzung von bis zu 50 000 Mitarbeitern des Service in drei Tochtergesellschaften, wo sie zu schlechteren Konditionen als in der Telekom AG arbeiten sollen. Das hat den Protest der Betriebsräte hervorgerufen. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sprachen sich 300 Arbeitnehmervertreter gegen den Konzernumbau aus.

In einer am Wochenende verbreiteten Resolution wehrten sie sich „gegen Ausgliederung, Zerschlagung und Lohndrückerei“. Der Vorstand müsse Voraussetzungen schaffen, dass die Mitarbeiter „ihre Produktivität entfalten könnten“. Das Ziel des Vorstands, bestehende Märkte zu sichern, sei richtig, doch könnten „diese Vorhaben nur mit motivierten und zufriedenen Beschäftigten erreicht werden“. Obermann will die Telekom erklärtermaßen beim Service zur Nummer eins machen, räumte aber ein: „Das ist ein langer Weg, der mehrere Jahre dauern kann.“

Den Kundenschwund in Deutschland will die Telekom ab Sommer mit einer neuen Billigmarke stoppen. „Wir werden nicht die billigsten sein, aber wir wollen die werden, die ihren Preis am meisten wert sind“, sagte Obermann.

Lothar Schröder, der für Verdi im Aufsichtsrat der Telekom sitzt, warnte im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vor weiteren Umbau-Schritten: „Wir befürchten einen desintegrativen Ansatz, bei dem man erst Geschäftseinheiten verkapselt und dann später verkauft. Am Ende muss man sich fragen, was von der Telekom überhaupt noch übrig bleibt“, sagte er.

Weitergehende Auslagerungspläne hat die Telekom allerdings Unternehmenskreisen zufolge nicht. Eine mit der Situation vertraute Person wies einen Bericht zurück, wonach auch Betrieb und Planung der Netze mit 25 000 Mitarbeitern in eine eigene Firma ausgegliedert werden sollten. Die „Wirtschaftswoche“ hatte berichtet, Obermann wolle durch die Auslagerung der Netze von T-Com, T-Systems und T-Mobile weitere Personalkosten sparen. Die Telekom ließ den Magazinbericht unkommentiert.

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