Renesas schluckt Intersil
Infineon-Konkurrent stemmt Milliarden-Zukauf

Computer laufen nicht mehr, auch Smartphone-Verkäufe schwächeln. Deshalb suchen Chiphersteller nach Alternativen – und sie tun sich zusammen. Nun fusioniert der japanische Konzern Renesas mit einem US-Rivalen.

TokioDer japanische Infineon-Rivale Renesas will mit einem Milliardenzukauf sein Autogeschäft stärken. Für den US-Chiphersteller Intersil bieten die Japaner 22,50 US-Dollar je Aktie und damit insgesamt 3,2 Milliarden US-Dollar (2,7 Milliarden Euro), wie die Unternehmen am Dienstag mitteilten. Intersil hat Halbleiter für die Autobranche im Programm, wie etwa Chips zur Steuerung von Batterien in elektrischen und gemischt angetriebenen Fahrzeugen.

Der Preis sei fast am obereren Limit gewesen, sagte Renesas-Chef Bunsei Kure. Dennoch werde nach weiteren Zukaufsoptionen Ausschau gehalten. Die Akquisition soll bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Renesas erzielt bereits fast die Hälfte des Umsatzes mit Kunden aus dem Autobau, bei Infineon waren es zuletzt gut 40 Prozent. Auch Infineon hat kürzlich mit dem US-Unternehmen Wolfspeed einen Anbieter unter anderem für Ladechips in Autos zugekauft.

Im Rennen um Intersil setzte sich Renesas Insidern zufolge gegen den US-Rivalen Maxim Integrated Products durch. Auch der deutsche Anbieter Infineon hatte vor kurzem einen US-Chiphersteller übernommen, um seine Position als Zulieferer für Elektro-Autos zu stärken. Berichten zufolge hatte Infineon Ende vergangenen Jahres auch ein Auge auf Renesas geworfen. Die Japaner waren zum Jahresende weltweit der drittgrößte Halbleiter-Hersteller mit einem Marktanteil von 9,1 Prozent, wie aus Daten des Marktforschers Gartner hervorgeht.

Bei der weiteren Digitalisierung und Elektrifizierung des Autos wollen insbesondere Chipkonzerne mitverdienen und den Anteil an verbauten Chips deutlich steigern. Renesas hat sich zudem durch Kostensenkungen und neue Verkaufsmöglichkeiten einen jährlichen Sparvorteil von 170 Millionen Dollar ausgerechnet. Zudem ist Intersil bei chinesischen Kunden gut im Rennen, Renesas dagegen vor allem in der japanischen Heimat.

In den USA hatte sich zuletzt das Chipunternehmen Analog Devices den heimischen Konkurrenten Linear Technology für knapp 15 Milliarden Dollar einverleibt. Der japanische Telekomkonzern Softbank lässt sich den erfolgreichen britischen Chipentwickler ARM sogar umgerechnet 29 Milliarden Euro kosten.

Agentur
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