
KitchenerDer kanadische Hersteller Research in Motion (RIM) hat internationalen Mobilfunkanbietern das neue Smartphone-Betriebssystem vorgestellt. Die Resonanz sei positiv ausgefallen, teilte der Leiter des kanadischen Geschäftsbereichs von RIM, Andrew McLeod, am Donnerstag im kanadischen Waterloo mit.
Das Unternehmen werde bald mit den Anbietern Einzelheiten zur Markteinführung und andere geschäftliche Aspekte besprechen. "Wir sind dabei, der Software den letzten Schliff zu geben", sagte McLeod weiter. "Das war eine Phase, in der wir wirklich Vertrauen hatten, dass wir die Funktionstüchtigkeit der Produkte und der Software demonstrieren konnten."
Vier Jahre sind eine Ewigkeit in der schnelllebigen Welt der Kommunikation. Im April 2008 bewegte sich der Blackberry-Hersteller auf einer scheinbar unaufhaltbaren Erfolgswelle. Im Bereich Innovation gebe man sich bei RIM "nur mit dem Besten zufrieden", verkündete der damalige RIM-Chef Mike Lazaridis.
Doch vier Jahre später muss der jetzige Konzernchef Thorsten Heins gestehen: "Ich bin der Erste, der zugibt, dass RIM wichtige Trends in der Smartphone-Industrie verpasst hat." RIM hat den Trend zu berührungsempfindlichen Bildschirmen verpasst. Außerdem vernachlässigte RIM die zentrale Rolle des Internets auch für Smartphones.
RIM ist Kanadas bekanntestes Unternehmen. Erfolgsgarant war fast 20 Jahre lang das Duo Mike Lazaridis und Jim Balsillie. Unter ihrer Führung war RIM von einer kleinen Technologiefirma zu einem globalen Akteur aufgestiegen. Der in Istanbul als Sohn griechischer Eltern geborene Mike Lazaridis war der Technikfreak, der 1984 mit seinem Studienkollegen Douglas Fregin RIM als ein Dienstleistungsunternehmen gegründet hatte, das sich auf die drahtlose Datenübermittlung konzentrierte.
1992 schloss sich Jim Balsillie, der in Toronto und Harvard Wirtschaft und "Business Administration" studiert hatte, RIM an. Er steckte 250 000 Dollar in das Unternehmen, das 1997 an die Börse ging und ein Jahr später die erste "Schwarzbeere" (Blackberry) als Handcomputer auf den Markt brachte.
Um E-Mails zu empfangen, musste man nicht mehr am Computer sitzen oder seinen Laptop hochfahren. E-Mails werden mit einer Push-Technologie auf den Blackberry weitergeleitet. 2004 war ein "Markstein", als die Zahl der Kunden eine Million erreichte. 2008 waren es bereits 14 Millionen, heute sind es 78 Millionen Abonnenten.
Der Blackberry war Kult. Aber dieser Mythos ist verflogen. Anfang des Jahres mussten Lazaridis und Balsillie ihre Posten räumen. Der frühere Siemens-Manager Thorsten Heins übernahm - und ist seitdem vor allem der Überbringer schlechter Nachrichten. Zuletzt meldete der Konzern einen Quartalsverlust von 518 Millionen Dollar.
Der Umsatz war im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar eingebrochen. Die Aktie - einst 150 Dollar wert - liegt derzeit bei sieben Dollar. Rund 5000 der weltweit etwa 16.000 Mitarbeiter müssen gehen. Und noch schockierender für die Investoren: Das Betriebssystem Blackberry 10, mit dem die Wende gelingen sollte, wird nicht im Herbst, sondern erst Anfang 2013 auf den Markt kommen. Der Grund: technische Probleme.
Hoffnungen auf einen schnellen Verkaufsstart machte Vizepräsident der Entwicklungsabteilung bei RIM indes nicht. Davon sei man noch "monatelang" entfernt, sagte Alec Saunders.
Die Smartphones mit dem Blackberry-System 10 sollen Anfang 2013 erhältlich sein. Mit der neuen Technologie will der strauchelnde kanadische Konzern die Wende schaffen. Denn bislang ist es dem einstigen Platzhirsch auf dem Smartphonemarkt nicht gelungen, seine Dominanz beim Firmenkundengeschäft auf die Privatnutzer zu übertragen.
In dem Segment dominieren das iPhone von Apple und Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android. Zuletzt hatte RIM angekündigt, bis zu 5.000 seiner rund 16.500 Mitarbeiter zu entlassen. Mit dem Schritt will der Konzern eine Milliarden Dollar einsparen.

"blackberry" bedeutet "Brombeere" und nicht "Schwarzbeere" (?)...

Wie soll man einen Artikel ernst nehmen, wenn der Autor nicht einmal BlackBerry richtig schreibt?
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