Restgeschäft macht frühestens 2007 Gewinne
Web.de darf sich auf Internet-Kommunikation fokussieren

Trotz teils heftiger Kritik haben die Aktionäre von Web.de am zweiten Tag der Hauptversammlung am Donnerstag in Karlsruhe dem Verkauf des erfolgreichen Internetportals zugestimmt. Der Internet-Dienstleister erwartet dabei, dass er mit seinem Restgeschäft frühestens 2007 Gewinne schreibt.

HB STUTTGART. Alle Tagesordnungspunkte seien von der Hauptversammlung nach zweitägiger Diskussion mit großer Mehrheit gebilligt worden, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Karlsruhe. Web.de will sich in Combots AG umbenennen und künftig nur die gleichnamige Internet-Kommunikationsplattform vermarkten, die noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Mit einem Vorgängerprodukt hatte Web.de seit drei Jahren bei minimalen Umsätzen Millionenverluste erwirtschaftet.

Durch den Betrieb und Verkauf der selbst entwickelten Internet-Kommunikationsplattform „Combots“ könne im schlechtesten Fall 2008 noch ein Vorsteuerverlust (Ebt) von zwei Mill. € anfallen, teilte das Unternehmen auf der Hauptversammlung mit. Für das kommende Jahr sei in dem Negativ-Szenario mit einem Vorsteuerverlust von 21,3 Mill. € zu rechnen. Die Umsätze könnten 2006 rund 1,2 Mill. € betragen und bis 2008 auf 24 Mill. € steigen.

Nach einem positiven Szenario würde Web.de hingegen bereits 2007 die Gewinnschwelle erreichen und dann eine Million Euro vor Steuern verdienen, prognostizierte der Vorstand. 2006 fiele noch ein Verlust von 21 Mill. € an, 2008 sei mit einem Gewinnzuwachs auf 126 Mill. € zu rechnen. Das positive Szenario legt einen Umsatz von 7,5 Mill. € im kommenden Jahr zu Grunde. Bis 2008 wird ein Erlöswachstum auf 216 Mill. € unterstellt.

Web.de will für 337 Mill. € in bar und Aktien sein profitables Geschäft mit dem gleichnamigen Internet-Portal an United Internet veräußern. Wegen des großen Diskussionsbedarfs bei den Aktionären, die den Verkauf mit einer Dreiviertel-Mehrheit genehmigen mussten, war die Hauptversammlung am Mittwochabend vertagt worden. Letztlich stimmten nach Angaben des Sprechers am Donnerstag insgesamt 99,86 % der vertretenen Stimmen zu. Die freien Aktionäre nickten zu 98,2 % die Pläne des Vorstands ab. 64,3 % des stimmberechtigten Kapitals waren anwesend.

Rund 38 % der Aktien befinden sich im Streubesitz, die Vorstände Matthias und Michael Greve halten über eine GmbH 56,5 %.

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