Restrukturierung
Obermann muss Perspektive aufzeigen

Wenn Telekom-Chef René Obermann am morgigen Donnerstag seine Geschäftszahlen für das erste Quartal des Jahres präsentiert, wird die Börse darauf vermutlich gelassen reagieren. Analysten erwarten von den Zahlen ohnehin keine guten Nachrichten. Sie interessiert vielmehr, wohin Obermann den Konzern künftig steuern wird.

DÜSSELDORF. „Wir erwarten, dass die Geschäftszahlen unspannend bleiben, weil die Telekom immer noch unter Kundenverlusten im Festnetz, Preisdruck und einer kostspieligen Verteidigung ihres Marktanteils leidet“, sagt Heike Pauls von der Commerzbank und ergänzt: „Unser Fokus bei der Telekom liegt weiterhin auf Nachrichten zur Restrukturierung und jedweder Information über mögliche Schritte zur Konsolidierung.“

Obermann steuert die Telekom derzeit durch schwierige Gewässer. Im Januar hat der Konzern seine Gewinnerwartung für das laufende Jahr zum zweiten Mal innerhalb von einem halben Jahr reduziert. Grund sind anhaltende Schwierigkeiten auf dem deutschen Markt. Hier verliert die Telekom Festnetzkunden – vor allem, weil die Konkurrenz meist billiger, die Telekom aber nicht besser ist. Beides will Obermann ändern und 50 000 Mitarbeiter in neue Einheiten unter dem Dachnamen T-Service ausgliedern. Dort sollen die Telekom-Beschäftigten für weniger Geld länger arbeiten. So stünde mehr Zeit für die Kunden zur Verfügung.

Im Mobilfunk ist der Markt gesättigt und neue Kunden sind nur schwer zu gewinnen. Für beide Sparten hat Obermann Anfang März bescheidene Ziele ausgegeben: Im Mobilfunk will er die bestehenden Umsätze stabilisieren; im Festnetz rechnet er vorerst mit einem anhaltenden Kundenschwund. Allein im DSL-Geschäft will die Telekom ihren Marktanteil von 20 Prozent im vergangenen Jahr auf bis zu 45 Prozent mehr als verdoppeln.

„Von Besserung wird man bei den Quartalszahlen noch nichts sehen“, sagt Frank Rothauge von der Privatbank Sal. Oppenheim. „Das ist nach so kurzer Zeit aber auch nicht zu erwarten.“

Obermann steht seit Mitte November an der Spitze des Konzerns. Seine Bewährungsprobe wird die geplante Ausgliederung der Service-Kräfte sein, gegen die Verdi Sturm läuft. Morgen gibt die Gewerkschaft das Ergebnis der Urabstimmung bekannt. Vermutlich steht der Telekom danach ein flächendeckender Streik ins Haus.

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