Reuters zog als letztes Presseunternehmen aus
Abschied von der Londoner Fleet Street

Die Zeit der Londoner Fleet Street als dem berühmtesten Pressezentrum der Welt ist endgültig vorbei. Ein Gottesdienst in der "Journalistenkirche" St. Bride beendete am Mittwochabend eine Entwicklung, die vor 150 Jahren begonnen hatte.

HB LONDON. In den Hochzeiten der Straße residierten alle bedeutenden Zeitungen Großbritanniens auf ein paar hundert Metern Straße in der Londoner Innenstadt. Vor 20 Jahren begann jedoch der Exodus: Damals hatte der australische Medienmagnat Rupert Murdoch im Konflikt mit den Gewerkschaften seine Blätter "The Times" und "The Sun" zu einer neuen Produktionsstätte verlagert.

Nun machte Reuters quasi das Licht in der Flett Street aus: Internationale Nachrichten- und Finanzagentur Reuters, die seit 1939 in der Straße residierte, ist als letzter großer britischer Medienbetrieb in den Londoner Osten umgezogen. "Der Kapitän verlässt das Schiff als Letzter“, sagte dazu Alexander Chancellor, Kolumnist und Sohn eines früheren Reuters-Geschäftsführers. Als letzter Branchenresident hält ein schottischer Zeitungsverlag sein Londoner Büro in der Fleet Street.

Beim Abschiedsgottesdienst reiste sogar Pressezar Murdoch an. In einer Rede sagte er: "Die Fleet Street war Heimat der besten und der schlechtesten Blätter Großbritanniens. Auch die Journalisten bedauern den Exodus. Jeffrey Goodman vom "Daily Mirror" etwa meinte in einem Kommentar: "Diese gegenseitige Befruchtung von Gedanken und Meinungen hat eine ungeheure Kraft und einen Stil hervorgebracht, der im heutigen Journalismus nicht mehr zu finden ist."

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