Revolution bei Facebook
Zuckerberg entdeckt die Vorteile der Privatsphäre

Facebook-Chef Zuckerberg revolutioniert sein soziales Netzwerk: Bald wird es möglich sein, sich in Facebook-Apps anzumelden, ohne seine wahre Identität preisgeben zu müssen. Nutzen zieht das Unternehmen daraus dennoch.
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New YorkFacebook-Chef Mark Zuckerberg wird sentimental. Und er entdeckt die Privatsphäre wieder. So wird es bald möglich sein, sich in Facebook-Apps mit seiner Facebook-ID anzumelden, ohne seine wahre Identität preisgeben zu müssen. Gut für die Nutzer, aber natürlich auch für Facebook. Denn am Ende weiß Facebook intern doch wieder mehr über Verhalten und Vorlieben als je zuvor.

Es ist eine dramatische Wende für ein soziales Netzwerk, das vehement gegen Tarnnamen-Konten vorgeht und  die letzten Feinheiten des Lebens seiner Nutzer und seiner sozialen Kontakte erschnüffeln will. Die Erfolge von Angeboten mit hoher Privatsphäre wie dem Fotodienst Snapchat, oder Netzwerken wie Whisper oder Secret und die Gefahren für Facebook, sind aber offenbar nicht an CEO und Gründer Mark Zuckerberg vorbeigegangen. Die Menschen wollen ihr privates Leben im Web zurück, jedenfalls manchmal.

Angesichts des zehnten Geburtstags von Facebook und seinem eigenen kommenden 30sten gerät Zuckerberg ins Grübeln:  „Mein Ziel für unsere Kultur in den nächsten zehn Jahren ist es, eine Kultur der Liebe für die Menschen aufzubauen, denen wir dienen“, sagte er zur Eröffnung der Entwicklerkonferenz f8. Diese Kultur solle „genau so stark oder sogar noch stärker als die Kultur des „Hacking“ bei Facebook“ sein. Die „Hackerkultur“ bisher habe sich auf Facebook selbst konzentriert. Jetzt werde sich die Kultur auf die Menschen konzentrieren.

Die App erfährt nichts über den Nutzer und dessen Freunde

Große Worte. Älter werden, bedeutet offenbar ruhiger werden. Zuckerberg, der selbst vier Häuser rund um sein eigenes Privathaus in Palo Alto aufgekauft hat, um mehr Privatsphäre für sich und seine Frau zu haben, will auch seinen über 1,3 Milliarden Nutzern etwas mehr Anonymität gönnen. Der größte Schritt: Wer einfach nur mal eine App ausprobieren will, ohne dass das jeder gleich mitbekommen soll, kann dies jetzt völlig anonym machen. Ein schwarzer Anmeldeknopf statt es bekannten blauen, zeigt den Status „Anonym“ an. Die App erfährt nichts über den Nutzer oder über dessen Freunde.

Eine Entwicklung, die natürlich auch den App-Anbietern zugute kommt. Sie gibt Facebookern zusätzliche Sicherheit und Vertrauen, einfach nur mal eine App zu laden, ohne sich große Gedanken machen zu müssen. Für Zuckerberg, der öffentlich immer wieder betont hat, Privatsphäre ist ein Auslaufmodell und wer sich im Internet nicht zu erkennen geben will, der habe wohl etwas zu verbergen, ein radikaler Wandel. Unvergessen auch Zuckerbergs Anzeigensystem Beacon, das sich 2009 zu einem Privacy-Alptraum entwickelt hatte. Plötzlich bekamen Freunde ungefragt mitgeteilt, was jemand in Webshops gekauft oder ich bei Online-Videoseiten angeschaut hatte.

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Zuckerberg entdeckt die Vorteile der Privatsphäre

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Der aktuelle Slogan ist etwas holprig und wenig sexy

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