Rezension
Der Kampf der Deutschen mit „digitalen Dämonen“

Die Deutschen sehen Technologie zu skeptisch, warnt der Microsoft-Manager Ralph Haupter. Mit einem Buch will der frühere Chef der Deutschland-Tochter Vertrauen schaffen. Einige Beiträge sind allerdings äußerst flach.
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Düsseldorf„Der digitale Dämon“ – ein solcher Buchtitel klingt nach einer eindringlichen Warnung vor den Gefahren des Internets, angesiedelt irgendwo zwischen den Bestsellern „Digitale Demenz“ und „Die Datenfresser“. Doch das Cover mit den Teufelshörnern auf dem Buchstaben Ä kommt deutlich reißerischer daher als der Inhalt: Der Herausgeber Ralph Haupter, hochrangiger Manager beim Software-Riesen Microsoft, will mit der Aufsatzsammlung eine Diskussion anstoßen. Sein Ziel: Das Vertrauen in die Technologie und somit auch das Geschäft des Konzerns zu stärken.

Von einem Dämon ist denn im Buch auch kaum die Rede, eher von einem Paradoxon: „Die Menschen bejubeln den Fortschritt, aber fürchten ihn auch“, sagte Haupter im Gespräch mit Handelsblatt Online. Und die Deutschen seien im Vergleich zu anderen Nationen besonders skeptisch, hat Haupter beobachtet. Bis zum Sommer hatte er die deutschen Microsoft-Geschäfte geführt, jetzt hat er im China-Geschäft das Sagen.

„Wir wollen Vertrauen für Cloud-Dienste und Web-Anwendungen generell fördern“, sagt Haupter. Das geschieht nicht ganz uneigennützig: Der Microsoft verdient zwar nach wie vor am meisten mit seinem Betriebssystem Windows und den Büro-Programmen der Office-Reihe. Der US-Konzern ist aber selbst ein großer Cloud-Anbieter geworden. In der „Wolke“ können Firmen und Privatleute gewaltige Datenmengen hinterlegen und von überall auf der Welt abrufen. Wenn die Nutzer aber den Diensten nicht vertrauen, lassen sich diese schlecht vermarkten.

Für das Buch, das diese Woche erschienen ist, haben diverse Autoren in die Tasten gegriffen (oder ihre Mitarbeiter in die Tasten greifen lassen): Wissenschaftler, Unternehmens- und PR-Berater, Politiker, Unternehmer, Journalisten und ein Blogger.

Positiv: Die Autoren reden dem Software-Konzern nicht nach dem Mund. Der IT-Sicherheitsexperte Sandro Gaycken fordert beispielsweise, dass Unternehmen gesetzlich verpflichtet werden müssen, Cyber-Spionage und Sabotage zu melden – nur so werde die Aufmerksamkeit auf die dringenden Probleme gelenkt. Die Technologiebranche beschwört bei solchen Forderungen immer gerne das Bürokratiemonster herauf.

Seite 1:

Der Kampf der Deutschen mit „digitalen Dämonen“

Seite 2:

Rivalen müssten auch mal gemeinsam diskutieren

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  • Dieses Buch kommt passend. Nachdem wir das Horrorjahr 2012 bald hinter uns haben will man jetzt über Sicherheit diskutieren und warum es nicht so schlimm ist wie man meinen könnte.

    Was wurde dieses Jahr nicht alles gehackt, von Sony bis Amazon, und wie haben wir darüber erfahren? Monate später erst dürfen Kunden auf kleinen Blogs im Netz nachlesen dass ihre Daten vermutlich seit Monaten, in einem Fall sogar 3 Jahren, womöglich Hackern in die Hände gefallen sind.

    Und was machen die traditionellen Medien? Entweder verstehen sie zu wenig davon oder reden den Unternehmen, die mit ihren Cloud Diensten heftig Datamining betreiben und mit unseren persönlichen Daten ungefragt Geld machen, nach dem Mund.

    Und dann kommen solche Manager daher, lassen ein Buch schreiben das nur die Inkompetenz einiger Beteiligter aufzeigt (Herr A.Fischer, schämen sie sich nicht?), und wollen uns die Angst vor tragisch dilettantisch geführten Cloud Diensten (siehe Sony) nehmen?

    Das kommt gerade richtig.

  • immer dieselbe Leier, kaum jubelt man nicht sobald eine Amibude halb ungetestete Ware auf dem Consumermarkt wirft bedeutet ds sofort Techonologiefeind. Es hat sich bewährt erst mal genauer zu schauen, zu testen und die Notwendigkeit des "Upgrades" mit den eigenen Bedürfnissen abzugleichen. "Cloud" gibts schon länger, nur nicht in diesem Hypenamen. Warum man da speziell aus Securerityhinsicht mit amerikanischen Unternehmen vorsichtiger ist dürfte wohl jedem einleuchten. Zu gerne sind da Progrämmchen zum Wohle, Nutzen und Schutz des Users eingebaut, die auch als drastischer Eingriff in die Privatsphäre verstanden werden können. Aber halt, das verstehen wir technologiefeindichen Deutschen wieder nur nicht richtig ;-)

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