Rezession zerstört Anzeigenmarkt: Google-Ausflug in die Printwelt ist gescheitert

Rezession zerstört Anzeigenmarkt
Google-Ausflug in die Printwelt ist gescheitert

Google verabschiedet sich vom Printmarkt: Nach zwei Jahren beendet das Unternehmen in diesem Monat seinen Versuch, Anzeigen für die Zeitungsbranche zu akquirieren. Nun schaut die Branche auf den Google-Konkurrenten Yahoo, der ebenfalls Printanzeigen verkauft.

SAN FRANCISCO. Die Meldung kam kurz und bündig zuerst übers Internet: „Wir haben unseren Zeitungspartnern keine nennenswerte Gewinne bescheren können, deshalb konzentrieren wir uns nunmehr wieder auf das Internet.“ Sang und klanglos stellt Google Ende des Monats seinen zwei Jahre währenden Versuch ein, Anzeigen für die Zeitungsbranche zu akquirieren.

Damit ist auch der Versuch des Suchmaschinengiganten gescheitert, seine dominante Position im Internet auf den Printmarkt auszudehnen. Analysten machen vor allem die Rezession für die Pleite verantwortlich, in deren Sog der gesamte US-Anzeigenmarkt weitgehend zusammengebrochen ist. Nicht wenige bereits angeschlagene Verlage werden im Zuge der schlechten Konjunktur an den Rand des Ruins getrieben. In den USA machen Anzeigen im Schnitt rund 90 Prozent der Einnahmen aus.

Von der Einstellung des Programms sind 807 US-Zeitungen, darunter so renommierte wie die New York Times, der Boston Globe, die Washington Post und die Los Angeles Times betroffen, mit denen Google vertraglich noch bis zum 28. Februar verbunden ist. „Das Google Programm hat aber in der Tat nur einen kleinen Teil unseres gesamten Anzeigenaufkommens ausgemacht“, beschwichtigte die Sprecherin der New York Times, Catherine Mathis. Doch auch die New York Times befindet sich finanziell gesehen in unruhigen Gewässern und hat unlängst erst neue Teilhaber an Bord genommen.

Mit Googles „AdWords“-Angebot konnten Werbekunden - vor allem in der Theorie - via Internet Anzeigen in Zeitungen schalten. Trotz der Pleite und des großangelegten Versuchs, sich von allen internetfernen Aktivitäten zu verabschieden, will Google vorerst an seinem ähnlichen Angebot für Radio und TV festhalten. Das Unternehmen rechnet auf diesem Mediensektor fest mit weniger Einbrüchen als im Printsektor.

Das Investmenthaus Merriman erwartet, dass Google am Donnerstag für das vierte Quartal 2008 das von den Analysten erwartete Ergebnis von knapp 5 Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 4,1 Mrd. Dollar verkünden wird. Gleichzeitig aber werden die Erwartungen für die nächsten Monate nach unten geschraubt, womöglich wird zum ersten Mal seit Bestehen kein Quartalszuwachs mehr angepeilt. Im Gegenteil. Der Zurückgang im Online-Werbemarkt, dem ausschließlichen Umsatz-Bereich Googles, wird bereits auf rund drei Prozent prognostiziert. Doch auch Googles ureigenstem Geschäft hat die Rezession eine Schlagseite zugefügt, wie die Zahlen zum Internet-Anzeigengeschäft fürs vierte Quatal 2008 anzeigen.

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